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Editorial Ausgabe 1/2017: Schwere Kost,


Katja Dümpert

Hatten wir das alles wirklich so bestellt? Schon der Brexit, der uns als penetranter Aperitif kredenzt wurde, war ganz und gar nicht bekömmlich. Begleitet wurde er von einem schwer verdaulichen Gruß aus der Küche, serviert mit wachsendem Populismus und einer kräftigen Note Rassismus und beim Vorspeisenbuffet darf zwischen Flüchtlings-, Schuldenkrise oder dem IS-Terror gewählt werden.

Doch der Hauptgang liegt uns mit der Wahl von Donald Trump besonders schwer im Magen. In Zeiten globaler Unsicherheiten hätten wir uns wohl alle gewünscht, etwas vertrauensvoller in das neue Jahr 2017 starten zu können. Aber leider sind die Verunsicherungen und Irritationen seit Trumps Wahl größer denn je. Normalerweise funktionieren die Präsidentschaftswahlen für uns Europäer nach einem Schema: Wir nehmen die Wahl wohlwollend zur Kenntnis, arrangieren uns im Großen und Ganzen mit dem demokratisch gewählten Kandidaten und freuen uns darauf, einen starken Partner an unserer Seite zu wähnen. Trump stellt nun alles auf den Kopf. Kaum eine Talksendung, kaum eine Schlagzeile, die sich nicht um den machtbesessenen Selfmade-Milliardär dreht. Dabei - so heißt es - wird doch nie so heiß gegessen wie gekocht, oder? Aber auch diesen Grundsatz scheint er über Bord zu werfen.

Kurz nach seiner Vereidigung nahm er sich „Obamacare“ vor und machte die Gesundheits-Reform in Teilen rückgängig, die Regulierung der Finanzmärkte wurde aufgehoben, der Einreisestopp durchgesetzt und der Bau umstrittener Ölpipelines wieder ermöglicht. Dass der neue Präsident aufhört, Dekrete zu unterschreiben, ist daher kaum zu erwarten. Sein Plan, Strafzölle gegen ausländische Autoexporteure zu verhängen, könnte Europa und vor allem Deutschland empfindlich treffen. Denn die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner weltweit. „Setzt Trump seinen Kurs unbeirrt fort, würden wir das besonders zu spüren bekommen“, erklärte Michael Hüther, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Seiner Meinung nach müssten Unternehmen jetzt Haltung zeigen und sich für die geltenden Werte wie Freiheit und Recht, Menschen- und Bürgerrechte, Demokratie und Verfahrenssicherheit stark machen. Ein Fehler sei es, Trumps Willkür in Politik und Wirtschaft zu folgen. Außerdem wies er darauf hin, dass das Risiko sehr groß sei, wenn Europa tatsächlich auseinanderbräche. Aber leichter gesagt als getan. Ein schnelles Patentrezept für uns Europäer gibt es wohl nicht. Wir finden uns seit der Wahl immer noch in Schockstarre und Europa ist seit Trump existenziell gefährdet.

Wenn wir es nicht schaffen sollten, aus dem nationalstaatlichen Denken in Europa herauszukommen, wird sich die ganze Situation noch weiter verschärfen und es wird lange dauern, bis wir alles verdaut haben. Bleibt zu hoffen, dass das Dessert weniger opulent ausfällt und das Verdauungsschläfchen nicht allzu lange andauert. Warten wir es ab.

Ihre Katja Dümpert

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