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  • Werkzeugschleifen am IFW Hannover

    Hannover_ Bei der Machining Innovations Conference 2016, dem internationalen Branchentreffen zu Fertigungstechnologien und -entwicklungen für die Luftfahrt, waren erneut die führenden Werkzeugmaschinen- und Werkzeughersteller sowie Zulieferer dabei:

  • Ausgezeichnet! Walter

    Frankfurt_ Walter AG wurde bereits zum vierten Mal als “Vorzugslieferant“ von Bosch ausgezeichnet. Walter und Bosch sind langjährige Partner, die auf internationaler Basis eng zusammenarbeiten.

Mit der Fachzeitschrift DIAMOND BUSINESS wenden wir uns 4-mal im Jahr - mit einer Auflage bis zu 10.000 Exemplaren - an Anwender und Hersteller von Diamant- und CBN-Werkzeugen.

Wir berichten über Werkzeugtechnologien und Fertigungsprozesse, sowie die hierzu verwendeten Maschinen und Halbzeuge.


Editorial Ausgabe 2/2017: Zauberwort „Customizing“


Katja Dümpert

Neulich habe ich unseren Sohn beim Einkaufen begleitet – nicht wie im wirklichen Leben mit lästiger Parkplatzsuche und dem Gedränge in überfüllten Fußgängerzonen – nein, ganz entspannt virtuell am PC. Er saß vor dem Warenkorb eines namhaften Sportartikelherstellers und konzipierte sich sein eigenes Modell. „Personalisiere Dein gewähltes Schuhmodell mit einer Vielzahl von Farben, exklusiven Farbübergängen, Deinem Namen, Spielernummer oder einer inspirierenden Nachricht“, hieß es in der Marketingsprache des Branchenriesen. Plötzlich bieten sich gefühlte tausend Möglichkeiten, die Entscheidung dauert und zum guten Schluss wird der Kauf der individuell konzipierten Schuhe durch den Bestellbutton beherzt ausgelöst.

Ähnliches gilt für das Start-Up Unternehmen MyMuesli, welches Müsliliebhabern im Internet unendlich viele Möglichkeiten bietet, ihr Frühstück zu genießen. Oder werfen wir einen Blick auf die Automobilindustrie. Dort wirbt aktuell ein Automobilunternehmen, seinen Kleinstwagen auf 30.000 Arten der eigenen Vorstellung anzupassen. Dieses Modell sei geprägt von Design und Personalisierung, heißt es. Was vor wenigen Jahren noch unmöglich war, scheint nun massentauglich zu werden. Das neue Zauberwort heißt „Customizing“. Laut Wikipedia steht der Ausdruck für die Anpassung eines Serienproduktes an die Bedürfnisse eines Kunden, sozusagen „maßgeschneidert“. Betrachtet man die Märkte, stellt man fest, dass Unternehmen dieses neue Kundenbedürfnis zunehmend wahrnehmen und in ihre strategischen Entscheidungen einbinden. Dabei hält Customizing zunehmend nicht nur im Konsumgüterbereich Einzug, sondern auch in der Investitionsgüterindustrie liegen die Vorteile der Individualisierung längst auf der Hand. Denn – die Massenproduktion mit Ihren Begleiterscheinungen, wie Standardgrößen oder teurer Lagerhaltung, sind zum großen Teil Relikte aus der Industriegesellschaft. Immer mehr und immer öfter wird der Kunde ganz früh in die Wertschöpfungskette eingebunden, mit dem Ziel, eine lernende Wechselbeziehung zwischen Hersteller und Anwender aufzubauen. Dadurch, dass der Kunde bereits am Anfang der Wertschöpfungskette steht und permanentes Feedback geben kann, können Abläufe optimiert, Flops vermieden und durch die wegfallende Lagerhaltung können durchaus auch Kosten eingespart werden. Dabei ist alles, was digitalisierbar ist, auch leichter individualisierbar und dank der neuen Informationstechnologien auch preislich akzeptabel.

Die Aussage von Laserpluss auf Seite 58 bringt es auf den Punkt: „Wer die Bedürfnisse seiner Kunden vernachlässigt oder gar ignoriert, läuft Gefahr, sie zu verlieren.“ Laserpluss bindet deshalb seine Kunden von Anfang an in die Konzeption der Laserbearbeitungsanlagen für die Präzisionsbearbeitung von Diamantwerkzeugen ein und generiert dadurch eine nachhaltige Kundenzufriedenheit. Ebenso hat es auch Supfina als Hersteller von Superfinish-Maschinen verstanden, individuelle Maschinen, den Kundenwünschen entsprechende Anlagen, auf den Markt zu bringen (ab Seite 14).
Und auch die Firma Effgen Lapport Schleiftechnik bietet den Kunden individuelle Lösungen für anspruchsvolle Schleifaufgaben an (ab Seite 32). Ich für meinen Teil gehe nun erst mal zu meiner Espressomaschine und „customize“ mir einen Kaffee. Diesmal wähle ich einen extra starken African Blue oder nehme ich doch lieber einen Guatemale Grande?

Mal sehn…

Ihre Katja Dümpert

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