• Land: Deutschland
  • Artikel vom: 12 Dezember 2013
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  • Kategorie(n): WERKZEUG ANWENDUNGEN, Mikrowerkzeuge, Weitere Anwendungen
  • Werkzeuge kaum größer als ein Sandkorn

    Werkzeuge kaum größer als ein Sandkorn

    Zehn Kilogramm schwer, so groß wie ein Benzinkanister und dennoch eine Weltsensation, das erste Mobiltelefon der Welt, vorgestellt im Jahr 1972. Vieles hat sich seither verändert. Moderne Telefone wiegen heute lediglich einige 100 Gramm und bieten eine unglaubliche Anzahl an Funktionen. Aber nicht nur das Gehäuse, sondern auch das was sich dahinter verbirgt, wird immer kleiner – große Herausforderung für die Mikrobearbeiter.


    Ob moderne Elektronikbauteile, Präzisionsspiegel für die Lasertechnologie oder hochgenaue Bauteile für Mikrofluidsysteme: der Trend zur Miniaturisierung von Geräten und Bauteilkomponenten erfordert auch in der Herstellung den Einsatz sehr kleiner und zugleich hochpräziser Werkzeuge. Minifräser, Minikugelfräser und Minibohrer sind jene Mikrowerkzeuge, die häufig Einsatz finden. Tyrolit bietet hier spezifische Lösungen: Die Produktlinie Startec MT-1, bestehend aus hochpräzisen Schleifwerkzeugen in Kombination mit speziellen Abrichtscheiben, eröffnet neue Systemlösungen zum Nuten- und Stirnschleifen. Sie wird durch Schrupp- und Schlichtschleifscheiben der neuen Produktlinie Startec PG-1 zum Herstellen der Werkzeugrohlinge im Außenrund Schälschleifverfahren ergänzt.

    Klein und präzise

    Egal ob Laptops, Mobiltelefone, Zahnimplantate, Navigationssysteme oder miniaturisierte Instrumente zur Durchführung endoskopischer Untersuchungen – absolute Grundvoraussetzung bei der Herstellung dieser Geräte ist maximale Präzision auch bei kleinsten Abmessungen. Dazu werden Zerspanwerkzeuge mit Werkzeugdurchmessern kleiner als 0,1 mm eingesetzt. „Mikrowerkzeuge müssen über ihre gesamte Lebensdauer hochpräzise bleiben. Aus diesem Grund steht die Qualität bei der Herstellung von Mikrowerkzeugen hinsichtlich der Schneidengeometrie und Oberflächengüte im Vordergrund. Die hohe Kantenstabilität und die Festlegung der optimalen Korngröße sind somit die entscheidenden Qualitätsmerkmale des Schleifwerkzeugs“, berichtet Martin Pilz, Marketingmanager Werkzeugindustrie bei Tyrolit. Die bekannten, hohen Leistungsparameter, die bei der Herstellung von großen Standardwerkzeugen möglich sind, hohe Zerspanungsleistung und lange Abrichtintervalle, treten bei der Herstellung von Mikrowerkzeugen in den Hintergrund. Entscheidend sind vielmehr geringe Schleifkräfte bei gleichzeitig hoher Kantenstabilität, maximale Oberflächengüte und eine optimale Profilierbarkeit der Schleifscheiben.

    Angesichts der kleinen Werkstückdurchmesser werden die Durchmesser der Nutenschleifscheiben ebenfalls kleiner. Schleifscheibendurchmesser bis 80 mm sind Standard für die hochgenauen Werkzeugschleifmaschinen. Die verwendeten Korngrößen liegen in der Größenordnung von 10 µm und kleiner. Aus diesem Grund kommen bei der Produktlinie Startec MT-1 spezielle Bindungssysteme mit einem hohen Einbindevermögen und hoher Verschleißfestigkeit zum Einsatz. „Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal unserer Schleifwerkzeuge zu handelsüblichen Schleifscheiben liegt im neuartigen Bindungsaufbau. Während bisher vor allem hochentwickelte Kunstharzbindungen im Marktsegment Einsatz finden, setzen wir auf metallische Bindungen. Sie erreichen ein hohes Einbindevermögen und hohe Verschleißfestigkeit. In der Anwendung zeigt sich das durch bessere Kantenstabilität und längere Lebensdauer der Schleifscheibe“, erklärt Martin Pilz. Beim Hochgeschwindigkeits-Außenrundschleifen, dem Verfahren zur Herstellung der Rohlinge für Mikrowerkzeuge, steht die Abtragsleistung bei gleichzeitigem Erreichen bester Oberflächengüte im Vordergrund. Daher kommen auch bei der Produktlinie Startec PG-1 innovative Bindungssysteme kombiniert mit neuen Diamantsorten zum Einsatz. Im Produktionsprozess setzt der Hersteller aus Tirol neben einem modernen Maschinenpark vor allem auf ausgereiftes Produktions-Know-how und eine lückenlose Qualitätskontrolle. Dies ist notwendig, um eine gleichbleibend hohe Qualität der Schleifwerkzeuge sicherzustellen. So führen zum Beispiel kleinste Abweichungen am Schleifscheibenprofil zu sofortigem Ausschuss der Produkte und erfordern ein erneutes Einrichten der Maschine. Hohe Ausschussquoten und kostspielige Maschinenstillstände sind die Folge.


    Tyrolit entwickelt die Schleifwerkzeuge in enger Zusammenarbeit mit namhaften Maschinenherstellern sowie direkt mit Kunden. Auf diese Weise entstehen ausgereifte Systemlösungen mit maßgeschneiderten Kornqualitäten, innovativen Bindungssystemen und speziell abgestimmten Abrichtwerkzeugen. Moderne Produktionstechnologien und eine umfassende Qualitätssicherung ermöglichen zudem eine hohe Reproduzierbarkeit der Schleifwerkzeuge. Anwendungstechnische Beratung vor Ort beim Kunden und eine umfangreiche Kundenbetreuung runden das Leistungsportfolio ab und garantieren einen faktisch reibungslosen Produktionsablauf. (Foto: Rollomatic S.A.)

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