• Artikel vom: 03 September 2014
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  • Artikel Nummer: 049-042-d
  • Kategorie(n): Zerspanen, WERKZEUG ANWENDUNGEN
  • 700 Prozent Standzeiterhöhung beim Zerspanen von Aluminiumguss

    Wenn ein Schaftfräser mit extrem hoher Standzeit überzeugt und die Bearbeitung Qualitäts- und Zeitvorteile bringt, dann sind superharte Schneidstoffe, moderne Laserbearbeitung und eine exzellente Werkzeugtechnik im Spiel. Simeon Medical in Tuttlingen stellt hochwertige LED-OP-Leuchten her. Die Gehäuse der Leuchten, in die Kreistaschen für die Befestigung der LED-Spots gefräst werden, bestehen aus Aluminiumguss. Jede Leuchte hat je nach Ausführung 24 bis 36 Kreistaschen. Darüber hinaus werden an den Ecken des Gehäuses die Griffbefestigungspunkte plangefräst. Die bisherige Bearbeitung erfolgte durch VHM-Schaftfräser mit Kordelschruppverzahnung. Mit diesen Werkzeugen konnten im Schnitt 12 bis 14 Gehäuse gefertigt werden.

    Exzellente Schneidkanten durch Einsatz von Lasertechnologie

    Simeon Medical beauftragte JBO, eine wirtschaftlichere Lösung für diese Art der Aluminiumbearbeitung zu finden. Die Albstädter Präzisionswerkzeugfabrik konstruierte einen Schaftfräser mit Kordelschruppverzahnung in den gewünschten Baumaßen. Als Schneidstoff wurde PKD mit laserbearbeiteten Schneidkanten eingesetzt. Im Vergleich zur herkömmlichen Herstellung von schneidstoffbestückten Werkzeugen, dem Drahterodieren, sticht die Qualität der superscharfen Schneidkante hervor: geringe Schartigkeit und minimale Schneidkantenverrundung.

    Ausgefallene Geometrien und Bauweisen möglich

    Mit der Lasertechnologie sind neben hervorragenden Schneidkantenqualitäten und höchst filigranen Profilgeometrien auch Bauweisen möglich, die nach Firmenangaben mittels Draht- oder Rotationserodieren nicht herstellbar waren. Je nach Bearbeitungsaufgabe wird für die Schneidstoffbestückung das geeignete Material wie CVD-D, cBN und – wie in diesem Fall – PKD gewählt. PKD-, cBN- oder CVD-D-Werkzeuge sind in der Regel Sonderwerkzeuge, die speziell entwickelt, konstruiert und gefertigt werden – inklusive Betreuung beim Ersteinsatz von JBO-Anwendungstechnikern.

    Ohne Verschleißerscheinungen im Dauereinsatz

    Innerhalb kürzester Zeit erfolgte die Konstruktion und Herstellung des Sonderwerkzeugs mit Kordelschruppverzahnung und einer Stirnschneide. Inzwischen ist der PKD-Fräser seit Mitte Juli 2013 im Dauereinsatz. Das erste Werkzeug hat in dieser Zeit bereits über 185 Gehäuse produziert. Das entspricht einer Standzeit-Erhöhung von über 700 Prozent. Ein Standzeitende sei nicht in Sicht, das Werkzeug weist bisher keinerlei Ausbrüche oder Verschleißmarken auf. Durch die Standzeiterhöhung ergeben sich erhebliche Zeiteinsparungen, da aufwändige Werkzeugwechsel entfallen. Ein weiterer Zeitvorteil um ca. 10 Minuten pro Bauteil ergibt sich durch die hohe Fräsqualität. Auf Grund der Kantenstabilität des Werkzeugs konnte bisher keine Gratbildung festgestellt werden, berichtet Johs Boss. Dadurch entfiele das aufwändige manuelle Entgraten, das bei den VHM-Fräsern nach kurzer Zeit erforderlich sei.

    Daten & Fakten

    Werkzeug: PKD-Schaftfräser mit Kordelschruppverzahnung und Stirnschneide Maschine: Hermle BAZ Schnittwerte: Vc 855 m/min ( 17.000 1/min ) Vf 8.000 mm/min Zeiteinsparung: 18 Minuten reine Bearbeitungszeit pro Bauteil durch Einsatz des PKD-Fräsers

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