DOWNLOAD: Als registrierter Benutzer haben Sie die Möglichkeit, viele Artikel auch als PDF herunter zu laden. Wenn Sie sich zunächst registrieren möchten, dann können Sie das hier tun.
Wenn Sie bereits Zugangsdaten haben, melden Sie sich bitte rechts unter ANMELDEN mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an.
  • Firma: NEHER GROUP
  • Autor(en): Katja Dümpert
  • Artikel eingestellt am: Montag, 16 November 2015
  • Artikel: 055-064-d
  • Seitenaufrufe: 1736
  • Er ist ein Plus für Neher

    Ein Name trägt zu dem Umsatzplus in den letzten Jahren bei: Andreas Oesterle. Obwohl der 37-Jährige erst im November 2013 zur Neher-Group gewechselt ist, hat er in nur wenigen Monaten viel bewegt, dass die Kapazitäten in der Neher-Group an Ihre Grenzen kamen und Sonderschichten eingelegt werden mussten. Man könnte den ausgebildeten Industriemechaniker, -meister und Betriebswirt gemeinhin als Siegertyp bezeichnen, da er bei dem was er tut, grundsätzlich mit einem erfolgreichen Ausgang rechnet. Er scheut weder Risiken, noch unbequeme Entscheidungen, vertraut auf sein Bauchgefühl, übernimmt gerne Verantwortung und argumentiert leidenschaftlich. Deshalb musste er auch nicht lange Überzeugungsarbeit bei Gerd Neher leisten, als er für die Gründung von Neher Plus plädierte. Mit einer zusätzlichen Produktionsstätte galt es, das rasante Unternehmenswachstum von jährlich 30 Prozent zu bewältigen.

    Andreas Oesterle steht uns als Geschäftsführer von Neher Plus zu einem Interview zur Verfügung.

    DIAMOND BUSINESS: Geschäftsführer bei Neher Plus sind Sie seit Dezember 2014. Ihre Aus- und Fortbildung bis hin zum Konstruktionsleiter absolvierten Sie bei einem renommierten Werkzeughersteller in Albstadt, außerdem waren Sie danach sieben Jahre verantwortlicher Geschäftsführer und Entwicklungsleiter eines portugiesischen Werkzeugherstellers. Welche Erfahrungen, die Sie in beiden Unternehmen gemacht haben, sind letztendlich auch für Ihren Erfolg bei Neher Plus verantwortlich?

    Andreas Oesterle: Nun, es ist in erster Linie die Verschmelzung von fundiertem Fachwissen der Werkzeugtechnologie und die Erfahrung einer zieldefinierten Unternehmensführung. Beides zusammen lässt nun auch die Neher Group profitieren.

    Warum hat man sich entschieden, eine weitere Produktionsstätte zu errichten?

    Zum einen ging es darum, mit einer zusätzlichen Fertigung reaktionsschnell und flexibel auf Kundenanfragen zu reagieren. Zum anderen galt es, Engpässe im Stammsitz Ostrach-Einhart für Neuwerkzeuge und Projekte zu vermeiden, um somit höchste Liefertreue zu gewährleisten.

    Vor welchen besonderen Herausforderungen werden Sie täglich gestellt?

    Ich arbeite in dieser Branche seit Jahren als Schnittstelle und gleichzeitig auch als Ansprechpartner zwischen dem Kunden und der eigenen Produktion. Heutzutage fordern der Markt und die Kunden meistens schnelle Lösungen, professionelle Entscheidungen und durchdachte Konzepte. Und dies im Interesse aller - sowohl gegenüber dem Kunden, als auch dem eigenen Betrieb. In Zeiten, in denen man per Mausklick heute bestellt und morgen die Ware erwartet, liegt es auf der Hand, dass auch unsere Kunden im Sonderwerkzeugbereich schnelle und unkomplizierte Lösungen erwarten. Produktivität steht über allem. Stillstand ist tabu. Diese rasante Entwicklung in der Werkzeugbranche ist schon sehr lange erkennbar. Die Kunst besteht jeden Tag aufs Neue, den Interessen aller gerecht zu werden. Letztendlich ist daraus Neher Plus entstanden. Einerseits ging es darum, das Stammwerk von täglichen „Schnellschüssen“ zu schützen, andererseits dem Kunden autarke Fertigungsmöglichkeiten zu bieten, um nachhaltig eine kontinuierliche Liefertermintreue sowie höchste Flexibilität und Schnelligkeit gewährleisten zu können. Zuverlässige Liefertermine haben mittlerweile die gleiche Priorität wie höchste Fertigungsqualität. Und bei ca. 800 laufenden Fertigungsaufträgen stellt das eine tägliche Herausforderung da.

    Mit anderen Worten: Neher Plus macht es nun möglich größere Projektvolumen zu stemmen?

    Ja, der Erfolg liegt darin begründet, einerseits Aufträge ähnlich abzuwickeln wie Großbetriebe und auf der anderen Seite gilt es, wendig und schnell wie ein Kleinbetrieb zu reagieren. Durch eigene, unabhängige Fertigungslinien sind wir diesen Anforderungen nachgekommen.

    Wie sieht dann so ein persönlicher Arbeitstag von Ihnen aus?

    Ich möchte den Kunden ein „Sorglospaket“ anbieten und ihm Zuverlässigkeit garantieren. Es gilt den Spagat zwischen dem technisch Machbarem und dem wirtschaftlich Sinnvollem zu schaffen. Tagtäglich geht es um die gesamte Prozesskette, angefangen von der Kalkulation über die Konstruktion, vom Kundengespräch bis hin zum Werkzeugeinsatz. Meine Absicht ist es, ganze Prozesse zu planen, abzustimmen, zu organisieren und gleichzeitig die Kapazitätsauslastung, die Terminsituation und Personalplanung im Auge zu behalten.

    Woran arbeiten Sie gerade?

    Ich beschäftige mich zurzeit mit der strategischen und operativen Weiterentwicklung von Neher. Die Neher-Group bietet als starkes, mittelständisches Unternehmen eine hervorragende Basis, um das stark gestiegene Wachstum durch weitere moderne Werkzeugsysteme, kreativen Ideen und Visionen zu optimieren und weiterzuentwickeln.

    Welche Pläne gibt es sonst noch bei Neher Plus?

    Der Online-Kontakt mit Kunden und Partnern wird für alle Branchen immer wichtiger, auch für uns als Werkzeughersteller. Deshalb beabsichtigen wir, einen Onlinehandel bzw. modernen Webshop für Standardwerkzeuge für unsere Kunden der Motoren-, Getriebe- und Luftfahrtindustrie anzubieten. Zusätzlich arbeiten wir im Bereich der Feinstbearbeitung an neuen und innovativen Konzepten.

    Was macht die Neher-Group insgesamt so erfolgreich?

    Von der Automation über PKD bis hin zu CVD bieten wir alles aus eigener Hand an. Wir sind ein sehr leistungsfähiges Unternehmen, das in der Lage ist, das komplette Produktprogramm bereitzustellen. Früher wurden Werkzeuge produziert. Heute liefern wir komplette Systeme. Von der FEM-Berechnung über die Vorrichtung, von Sondermaschinen zur Dichtheitsprüfung bis hin zur Feinbearbeitung.

    Was motiviert Sie?

    Natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn es mir gelingt, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und immer wieder neu erfahren zu dürfen. Aufgrund der geleisteten Arbeit und den gemeinsamen Erfolgen erhalten wir nicht nur die Anerkennung und die Bestätigung in Form neuer Aufträge, sondern im Umkehrschluss danken wir wiederum dem Kunden durch Bestleistung und Engagement. Letztendlich ist es eine Art Erfolgsspirale, die ich mit meinem Team selbst beeinflussen kann.

    Was gefällt Ihnen außerdem an Ihrem Beruf?

    Ganz klar die Abwechslung. Ich bin Verbindungsglied zwischen Kunde, Entwicklung, Planung und Produktion. Angefangen von der Entwicklung bis zum Einsatz an der Maschine. Es gibt so viele Parameter, die beeinflussbar sind. Es ist mir beispielsweise möglich, Feintuning an Präzisionswerkzeugen durchzuführen und zeitnah Resultate zu erkennen, zu verstehen und die Erfahrungen weiterzugeben. Gleichzeitig bereitet es mir Freude, den Nachwuchs zu fördern und aufzubauen.

    Wer ist für Sie ein guter Ratgeber?

    Sicherlich vertraue ich meiner Familie, meinen Freunden und besonders Gerd Neher mit dem Kollegen-Team in Einhart. Nicht zuletzt lege ich großen Wert auf das wiederholte Feedback meiner Kunden. Dennoch ist es auch sehr wichtig, auf sich selbst zu hören. Ich profitiere von vielen Erfahrungen und Erlebnissen, die ich im Laufe meines Lebens machen durfte. Sie haben mich geprägt und bringen mich weiter. Außerdem geht es um die eigene Zieldefinition und um den Fokus, was man im Leben erreichen möchte. Höhen und Tiefen gehören zum Leben dazu – mit oder ohne Ratgeber. Es kommt darauf an, was man daraus macht.

    Haben Sie auch ein Lebensmotto?

    Kämpfe mit Leidenschaft und siege mit Stolz, verliere mit Respekt, aber gib niemals auf.

    Angenommen: Sie sind mit einem Politiker im Gespräch. Was würden Sie ihm mit auf den Weg geben, was sollte Ihrer Meinung nach an Gesetzen in Deutschland geändert werden, um erfolgreicher als Unternehmen im Markt agieren zu können?

    Ich würde mir eine sorgfältigere Verwendung von Steuergeldern wünschen und außerdem wäre eine Chancengleichheit für alle Unternehmen wünschenswert. Kleine und mittelständische Betriebe bezahlen bei Fehlentscheidungen, falscher Planung oder Wirtschaftskrisen im schlimmsten Fall mit ihrer Existenz. Großbetriebe dagegen erfahren oftmals die Unterstützung des Staates zum Schutz der Arbeitsplätze. Gleichzeitig wäre es sinnvoll, die Bürokratie zu reduzieren. Werfen wir einen Blick auf die Flüchtlingskrise. Sie hat den Politikern gezeigt wie elementar wichtig es ist, Einheit in wichtigen Fragen zu haben und Entscheidungen für das gemeinsame Wohl unserer Gesellschaft zu treffen. Politik und Meinungsinhalte lassen sich jedoch leider nicht in zwei Sätzen beschreiben.

    In meiner Freizeit liebe ich es…

    … Motorrad zu fahren, im Garten zu arbeiten und in der Natur zu sein.

    Wenn ich nicht Geschäftsführer bei Neher Plus geworden wäre, würde ich…

    …eine andere Tätigkeit ausüben, die mich fordert und erfüllt.

    Sonntags mache ich am liebsten…

    …bei gutem Wetter wandern und bei Regenwetter ziehe ich saunieren und entspannen vor.

    Besonders schwierig ist es für mich…

    … menschliche Enttäuschungen zu erleben.

    Es ärgert mich…

    … wenn Borussia Dortmund verliert.

    Ich bin dankbar für…

    … einen gesunden, wundervollen Sohn und eine liebevolle Partnerin.


    Firmen-Information

    NEHER GROUP
    Gegründet: 1990
    Geschäftsführer: Gerd Neher

    Am Sägebach 6
    D 88356 Ostrach Einhart
    Telefon: +49 7585 932 06-0

    Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
    www.neher-group.com
    Produktportfolio: PKD-, CVD- Präzisionswerkzeuge, Automationslösungen
    Stand 2014:
    Mitarbeiter: 80
    Jahresumsatz: 8.0 Mio.€
    Auszeichnungen/Standards: TOP100 2014 TopInnovator