DOWNLOAD: Als registrierter Benutzer haben Sie die Möglichkeit, viele Artikel auch als PDF herunter zu laden. Wenn Sie sich zunächst registrieren möchten, dann können Sie das hier tun.
Wenn Sie bereits Zugangsdaten haben, melden Sie sich bitte rechts unter ANMELDEN mit Ihrem Benutzernamen und Passwort an.
  • Firma: BÄRHAUSEN GmbH & Co. KG
  • Autor(en): Tilo Michal
  • Artikel eingestellt am: Mittwoch, 27 März 2013
  • Seitenaufrufe: 4159
  • Der Familien-Mischkonzern

    Der Familien-Mischkonzern

    Für Maximilian Riedesel, den Geschäftsführer der Bärhausen GmbH & Co. KG, ist es jeden Tag ein Spagat: Auf der einen Seite möchte er das Familienunternehmen im beschaulichen hessischen Lauterbach sehr gerne fortführen und den seit über 60 Jahren etablierten Standort erhalten und ausbauen. Auf der anderen Seite verlangen die Märkte ständige Innovation und weltweite Präsenz, beides ist ohne internationale Partner, eine klare Strategie, weitere Standorte und Kooperationen nicht zu leisten. Ein Blick in ein Unternehmen, in dem Tradition und Moderne (neu) zusammengefügt wurden.

    „Unsere heimische Wirtschaft wird in Zukunft noch flexibler auf die Einflüsse von Außen reagieren und eine immer anspruchsvollere Arbeit leisten müssen, um auf dem sich stets weiterentwickelnden Weltmarkt bestehen zu können. Hierzu zählt nicht ausschließlich ständige Innovation, sondern auch eine immer währende Optimierung der Produkte. Beidem haben wir uns verschrieben.“ Darüber hinaus sieht Maximilian Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Geschäftsführer von Bärhausen, die Zukunft seiner Firma in einer technisch optimalen Betreuung seiner Kunden beim Einsatz der Werkzeuge, bei technischer Anwendungsberatung und Unterstützung direkt vor Ort, einem hohem Zuverlässigkeitsgrad und der Einhaltung immer gleich hoher Qualitätsstandards (die ISO Zertifizierung von Bärhausen ist ein Beispiel hierfür). Dies sind die Schlagworte, die ihm hierzu einfallen und die es täglich umzusetzen und mit Leben zu füllen gilt. Riedesel, der das Unternehmen seines Großvaters Günther Krebs seit zehn Jahren führt, ist besonders in den letzten Jahren klar geworden, dass bloßer Handel und Konfektionierung von Schleifmitteln heutzutage nicht mehr ausreichen, um ein scharfes Unternehmensprofil zu zeichnen oder zu unterstreichen. „In den 50er- und 60-er Jahren, also in der Gründerzeit von Bärhausen, gab es eine ganz andere Situation. Was wir aktuell erleben ist ein Quantensprung.“

    Ausrichten auf den Neuen Markt

    „Die Zukunft der Firma Bärhausen sehe ich deshalb auch sehr stark bei der Produktion von Sonderwerkzeugen, aber nicht nur für die Automobilindustrie, sondern zum Beispiel auch die für die Feuerfest-Industrie sowie im Wachstumsmarkt Oberflächenbehandlung und -veredelung“, berichtet Riedesel. Deshalb werden bei Bärhausen auch die Themen Schleifen, Polieren, Läppen eine immer größere Rolle spielen. Und deshalb kommen nun auch Spezialbindungen für hochharte Beschichtungen bei Walzen und Rollen aus dem Hause Bärhausen, alles Eigenentwicklungen. Schnelles Reagieren auf die Märkte und die Kundenanforderungen sowie ständige technische Innovationen und eine flexible und schnelle Produktion in sämtlichen Abteilungen sind nun die Paradigmen, denen sich die Mitarbeiter und Partner täglich stellen müssen.

    Viel Bewegung in den letzen Jahren

    Durch die Ausweitung des Angebotsumfangs, angefangen von Produkten für die Bau- und die Kunststeinindustrie über neue Läppfolien, die Entwicklung von Sonderwerkzeugen, das Gebiet der Diamant- und CBN-Werkzeuge in allen gängigen Bindungen und dem Festhalten am konventionellen Schleifprogramm – Bärhausen ist nun so etwas wie ein familiengeführter Mischkonzern, der sich neu aufstellen musste: Im Jahre 2009 wurde deshalb die Abteilung der Diamantwerkzeuge für die Natur- und Kunststein-Industrie restrukturiert. Seither liegt auch ein Fokus auf Sonderwerkzeugen für die Feuerfestindustrie sowie die Spannbetonindustrie. „Durch diese Produkterweiterung und durch eine technisch tiefgehendere Betreuung unserer Kunden konnten wir uns in diesem Segment äußerst gut behaupten. Durch diese Maßnahmen haben wir unter der Leitung von Thomas Roth in dieser Unternehmensgruppe vier neue Arbeitsplätze geschaffen und den Umsatz um fast 60% gesteigert“, berichtet Riedesel. Im Jahre 2010 hat er die Abteilung der flexiblen Schleifwerkzeuge durch einen neunen Partner mit ergänzenden Produkten ausgestattet. „Somit sind wir auch in dieser Sparte für die Bereiche Holz- und Metallindustrie attraktiv mit technisch innovativen und interessanten Produkten.“ Im Jahr 2011 hat er eine weitere Umstrukturierung vorgenommen und die Abteilung Diamant- und CBN- Werkzeuge sowie die Abteilung der keramische Werkzeuge zusammen unter die technische Leitung von Dr. Bahman Azarhoushang gegeben/gestellt, der über wissenschaftliche Erfahrung am KSF-Institut in Villingen-Schwenningen verfügt. „Und durch die Ausweitung der neunen Produktion seit 2011 in Korea, sind wir in der Lage sämtliche Bindungssysteme für die Diamant- & CBN-Werkzeuge in eigener Regie herzustellen und somit noch besser auf die Kundenbedürfnisse einzugehen“, berichtet Riedesel nicht ohne Stolz. Bärhausen ist also Produktentwickler, Produzent, Konfektionär und Händler.

    Mischung aus Alt und Jung

    Auch hier ist wieder viel gemischt: Was die Mitarbeiter angeht, so setzt der Freiherr ebenso auf Tradition wie Innovation, jahrzehntelange und junge Mitarbeiter: „Ich verstehe nicht, wie viele Unternehmen ihre langjährigen Mitarbeiter entlassen können. Die Jugend kann viel lernen, jedoch wird sie nie die Erfahrung des Alters haben. Daher bin ich glücklich, dass mir auch noch mein Vater zur Seite stand, der über 35 Jahre als Verkaufsleiter in diesem Unternehmen tätig war. Darüber hinaus wollte ich schon immer im Sinne meines Großvaters das Familienunternehmen fortführen. Ich bin sozusagen in der Firma aufgewachsen und mir waren unsere Produkte und Arbeitsabläufe bekannt. Somit dauerte meine Einarbeitung in die Firma nicht sehr lange.“, berichtet der 38 Jahre alte Riedesel, der ein Studium der Volkswirtschaftslehre sowie des Wirtschaftsingenieurwesens absolvierte sowie auch über Marketingkenntnisse als Ex-Unternehmensberater verfügt.„Die nun internationale Ausrichtung des Unternehmens sowie zahlreiche Partnerschaften und Kooperationen sollen die Zukunftsfähigkeit sicherstellen, wobei der angestammte Standort immer noch stark auf den hochpreisigen, deutschen und westeuropäischen Markt ausgerichtet bleibt.“