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  • Firma: Werner Schmitt PKD-Werkzeug GmbH
  • Autor(en): Tilo Michal
  • Artikel eingestellt am: Sonntag, 14 Juli 2013
  • Seitenaufrufe: 5564
  • Der kleine aber feine Mittelständler im Konzern

    Der kleine aber feine Mittelständler im Konzern
    Der kleine aber feine Mittelständler im Konzern
    Der kleine aber feine Mittelständler im Konzern
    Der kleine aber feine Mittelständler im Konzern
    Der kleine aber feine Mittelständler im Konzern

    PKD lautet in der Zerspanungsbranche die Herausforderung der Zeit, der sich Walter mit seiner Tochter Werner Schmitt PKD-Werkzeug GmbH stellt. Die Firma aus Niefern denkt global, handelt vernetzt und entwickelt in Deutschland, weil da das Know-how sitzt. Ein Portrait des hochinnovativen Mittelständlers inmitten des Sandvik-Konzerns.

    Ein stark wachsender Medizintechnik-Markt, zahlreiche Umwelttechnologie-Anwendungen, Leichtbau, CFK und GFK: Immer komplexere Werkzeuge, die sogar „in einem Schuss“, zerspanen und reiben können, das alles sind Anwendungsfelder des Super-Schneidstoffs PKD. „PKD ist ein krisenfester Wachstumsmarkt“ ist sich Alexander Krause, Geschäftsführer der Walter AG-Tochter Werner Schmitt PKD Werkzeug GmbH sicher. Das Potenzial dieses Werkstoffs hat Walter übrigens schon lange erkannt und bereits 2004 die Werner Schmitt PKD-Werkzeug GmbH in Niefern bei Pforzheim übernommen.

    Damit hat der Werkzeugkonzern seine Kompetenz um den High-End-Bereich der Zerspanung erweitert, indem er das Know-how des etablierten baden- württembergischen Herstellers nutzt. Krause: Walter setzt permanent Benchmarks auf dem Markt der Zerspanung.

    Nicht umsonst sind rund 45 Prozent aller Walter-Produkte jünger als fünf Jahre. Hier profitieren wir im PKD-Bereich natürlich von dem fast ein Jahrhundert zurückreichendem Know-how unserer Mitarbeiter in Tübingen und der 25-jährigen Erfahrung in Niefern.“ Für den Bereich der Gusszerspanung, die mit PKD wegen der Affinität des Eisens zum Kohlenstoff des Diamanten nur unter „kühlsten Bedingungen“ möglich ist, entwickelt Walter in Niefern auch cBN-Werkzeuge: Mit Erfolg, wie der wachsende Absatz zeigt.

    „Wir bieten weltweit Produkte und Dienstleistungen sowie Sonderlösungen an“, berichtet Geschäftsführer Krause und ist auch ein bisschen Stolz, dass „er“ den Zukunftsmarkt der Präzisionszerspanung bearbeiten darf.

    Innovative Lösungen und Sonderwerkzeuge Klar liegt aus der Sicht von Walter ein erhebliches Zukunftspotenzial in den High-End-Nischen, das ist ja auch definierte Aufgabe des Mittelständlers Werner Schmitt PKD-Werkzeug GmbH im Konzern. „Und wir sind auf unsere innovativen Sonderlösungen sehr stolz“ berichtet Geschäftsführer Krause: Beispiele für innovative Sonderlösungen ist zum Beispiel ein Werkzeug zum Bearbeiten eines Zylinderkopfes mit einem PKD-bestückten Fräskopf (Abb. 2. und 3.): Hier konnte beispielsweise die Standzeit des Werkzeugs im Vergleich zu einem Werkzeug eines Mitbewerbers von 11492 Stück auf 22600 hochgeschraubt werden. Weitere Beispiele sind von Werner Schmitt entwickelte PKD- Sonderwerkzeuge zur Bearbeitung von hochfesten NE-Werkstoffen im Automobil oder Luftfahrtbereich. Hier können nach eigenen Angaben Standzeiten um das 50- bis 200-fache gegenüber herkömmlichen Hartmetallwerkzeugen erreicht werden können (Abb.4).

    „Wenn es um Fragen der Zerspanung geht sind wir in allen Belangen gut aufgestellt“ berichtet Krause, nicht nur im PKD-Bereich sondern eben auch im Verbund mit anderen Konzern- Firmen, die ihr eigenes Knowhow in anderen Bereichen einbringen. Ziel ist es immer, den Kunden zu einer höheren Effizienz bei gleichzeitig niedrigeren Kosten zu verhelfen. Da bietet die Vernetzung im Konzern viele Synergieeffekte.

    Ehrgeizige Ziele für die Zukunft

    Walter verfolgt ehrgeizige Ziele und Strategien, die bisher erfolgreich umgesetzt wurden. Gegenwärtig befinde sich das Gesamt-Unternehmen auf gutem Kurs, wie Krause berichtet. Dazu beigetragen haben die vielen Investitionen der Vergangenheit in den verschiedensten Bereichen. So wurden ca. 70 Mio. Euro in ein neues Wendeschneidplattenwerk in Münsingen investiert. Es ist das modernste und größte Werk der Welt mit einer Produktionsfläche von 15.000 Quadratmetern und ca. 550 Mitarbeitern.

    Als Erfolgsgarant gelte bei Walter ebenso eine Personalpolitik, die neben Mitarbeiter-Kontinuität vor allem erheblich auf Weiterbildung und fachliche Qualifizierung setzt. Zu dieser umfassenden Strategie gehört auch die unternehmenseigene Ausbildungsakademie in der deutschen Firmenzentrale in Tübingen. Walter macht dort junge Menschen fit für die berufliche Zukunft, fördert aktiv die Weiterbildung und Qualifizierung seiner Mitarbeiter und bietet Einstiegsprogramme für junge Absolventen und Ingenieure der Fachrichtung Maschinenbau. Die Walter-Akademie hat sich dabei zum Ziel gesetzt, ständig etwa 80 Auszubildende und Bachelor-Studenten zu beschäftigen. Bereits 2008 wurden hierfür und für die Errichtung des Ausbildungszentrums drei Millionen Euro investiert. Durch die Bildung von regionalen Kompetenzzentren in Amerika, Europa und Asien rückt Walter nun noch näher an seine Kunden heran.


    Wir haben unsere PKD-Kompetenz deutlich erhöht

    Interview mit: Alexander Krause

    DIAMOND BUSINESS: Welchen Herausforderungen ist aktuell ein Zerspanungswerkzeughersteller ausgesetzt, technisch und betriebswirtschaftlich?

    Alexander Krause: Walter als Komplettanbieter von Zerspanungswerkzeugen und Serviceleistungen bietet ganzheitliche Bearbeitungslösungen an. Hierzu ist es notwendig in einem globalen Umfeld Spezialisten der jeweiligen Kompetenzmarken Walter, Walter Titex, Walter Prototyp, Walter Valenite, Walter Multiply sowie z.B. der Technolgiemarke Walter Modco, unter der auch komplexe PKD-Werkzeuge vertrieben werden, zusammenzubringen und mit ihrem umfassenden Know-how Lösungen zu erarbeiten. Die notwendige globale Kompetenzerweiterung ist gerade auch im PKD-Sektor eine Herausforderung. Durch Nachschleifzentren in China, USA und Brasilien und kontinuierlichen Trainings sowohl der Produktionsmitarbeiter als auch der Engineering- und Sales Mitarbeiter konnte die PKD-Kompetenz in den letzten Jahren in diesen wichtigen PKD-Wachstumsländern deutlich erhöht werden. Entscheidend hierfür ist die Nachhaltigkeit der Trainings und die ständige Qualitätsüberwachung.

    Natürlich sehen wir uns gerade auch in diesen Ländern durch lokale Anbieter mit einem starken Preisdruck konfrontiert. Die Herausforderung ist hier, den Kunden den besseren Service und die bessere Qualität an Werkzeugen anbieten zu können. Nicht zuletzt wird aber selbstverständlich auch in unseren Produktionen fortwährend an Prozessoptimierungen gearbeitet. So konnten wir z.B. in Niefern in den letzten Monaten eine neue Laseranlage zum Lasern von PKD-/CVDSchneidkanten als auch zum Spanleitstufenlasern in Betrieb nehmen.

    DIAMOND BUSINESS: Was würden Sie als Ihr zentrales Produkt/ Ihre zentrale Dienstleistung in der Präzisionsbearbeitungsbranche bezeichnen?

    Alexander Krause: Walter hat sich im Produktbereich PKD auf komplexe Sonderwerkzeuge und den Service hierfür fokussiert. Multifunktionale PKD-Werkzeuge mit mehreren Stufen als auch leistengeführte Reibahlen sowie sog. vein-type-Werkzeuge zur Composite-Bearbeitung sind die Kernkompetenzen der Technologiemarke Modco PKD. Zusätzlich hat der Kunde durch die hohe Flexibilität der Produktionseinheit gerade in Niefern die Möglichkeit, die Werkzeuge mit kurzen Lieferzeiten wiederaufbereiten zu lassen. Hierdurch spart sich der Kunde Werkzeug- und Lagerkosten.

    DIAMOND BUSINESS: Sie fertigen immer auch noch in Deutschland, warum?

    Alexander Krause: Die Kernkompetenz liegt grundsätzlich im Knowhow unserer Mitarbeiter. Die Bündelung der Kompetenzen liegt im PKD Bereich bei Walter in Niefern. Ein Transfer von mittlerweile 25 Jahren PKD-Erfahrung wäre ohne Verluste nicht machbar und darunter würde insgesamt weltweit die Qualität unserer Werkzeuge leiden. Durch ständige Prozessoptimierungen ist es uns dennoch möglich, die Werkzeuge marktgerecht anbieten zu können.

    DIAMOND BUSINESS: Welchen Impuls erhoffen Sie sich von der EMO?

    Alexander Krause: Die EMO werden wir wie immer dafür nutzen, unsere Beziehungen zu unseren Kunden weiter zu verbessern und darüber hinaus durch unsere Präsenz Neukunden anzusprechen. Im aktuellen Geschäftsjahr 2013 liegen wir im Bereich PKD über den Erwartungen und glauben, dass gerade auch durch die EMO dieser Trend anhalten wird. Das Potenzial der PKD-Anwendungen steigt weltweit nach wie vor unabhängig von möglichen Wachstumsstagnationen des Gesamtmarktes.

    DIAMOND BUSINESS: Vielen Dank für das Gespräch.