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  • Firma: Molemab
  • Autor(en): Katja Dümpert
  • Artikel eingestellt am: Dienstag, 26 Mai 2015
  • Artikel: 53-030-d
  • Seitenaufrufe: 1547
  • Deutsche Perfektion mit italienischer Leidenschaft

    Matthias Greiner, Geschäftsführer Molemab Deutschland

    Als führender italienischer Industriekonzern haben wir uns gerade für den deutschen Markt personell, räumlich und logistisch neu aufgestellt, um auf die Anforderungen besser reagieren zu können. Damit konnten wir alle Prozesse optimieren und sind nun in der Lage, unseren Kunden ausgezeichnet zu beraten, zu betreuen und uns auf Wachstum einzurichten.

    Franciacorta ist der Name einer jungen, traumhaften Weinbauregion an den südlichen Hängen des Iseosees in der Provinz Brescia. Die Trauben der Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir, dazu die nötigen Visionen, handwerkliches Können und Beharrlichkeit – mit diesen Zutaten hat es Francia-corta geschafft, weit über Italiens Grenzen hinaus, Spitzenweine zu vermarkten. Doch nicht nur qualitativ führende Schaumweinhersteller Italiens findet man hier, sondern in dieser Region hat sich auch die Konzernzentrale der Molemab-Gruppe mit Ihren qualitativ hochwertigen Schleifwerkzeugen einen Namen gemacht. Waren es ähnliche Zutaten, die dazu geführt haben, dass Molemab Schleifscheiben in vielen Ländern der Welt für Spitzenqualität stehen? Auserwählte Rohstoffe, unabdingbare Visionen, Einsatzbereitschaft, handwerkliches Geschick und Beharrlichkeit?

    Angefangen hat alles damit, als Herr Maiolini Senior 1961 den Handwerksbetrieb, in dem er arbeitete, mit anderen Kollegen übernommen hatte, als dieser in Schwierigkeiten zu geraten drohte. Kurze Zeit später gab man dem Unternehmen den Namen: Molemab („Mole“ ist italienisch und heißt übersetzt „Schleifscheibe“; „mab“ steht für „Maniffattura Abrasivi“ in „Bresciana“). 1966 wurde die erste kunstharzgebundene Schleifscheibe hergestellt, 1992 waren dann auch Diamant- und CBN-Schleifscheiben im Portfolio des Unternehmens zu finden. Die Firma vergrößerte im Laufe der Zeit nicht nur die Produktpalette, um sich den gestiegenen Bedürfnissen des Marktes anzupassen, sondern sie errichtete weltweit Vertriebs- und Produktionsniederlassungen, um international für ihre Kunden erreichbar zu sein und mit ihnen im ständigen Dialog zu stehen. So findet man Molemab mit Niederlassungen in Spanien, Kalifornien, Kanada, Österreich, Deutschland, Venezuela, Russland, Frankreich und Mexiko. Mittlerweile hat die Gründerfamilie Maiolini längst nicht nur mit Schleifscheiben Erfolgsgeschichte geschrieben, sondern sie baut darüber hinaus auch Spitzenweine auf einem Weingut in Franciacorta an.

    Geschäftsführer für Molemab Deutschland (Ottobrunn) ist seit Februar 2013 Matthias Greiner. Wie Molemab hat auch er seine Wurzeln in Italien. Als studierter Jurist und Sohn eines deutschen Auswanderers und einer Italienerin hat er genau die Eigenschaften, die ihn für den Mutterkonzern in Italien so wertvoll machen: Er beherrscht beide Sprachen fließend und tritt mit seinem italienischen Temperament beherzt und mit voller Leidenschaft an seine Führungsaufgaben heran. Außerdem kann er sich gut in das familiengeführte Unternehmen hineindenken und ist damit in der Lage, die Zielsetzungen von Molemab Italien und Deutschland auf einen Nenner zu bringen.

    In einem persönlichen Interview verrät Herr Greiner, was ihn an seiner neuen Führungsaufgabe reizt und welche Ziele er anstreben wird.

    DIAMOND BUSINESS: Seit zwei Jahren sind Sie nun Geschäftsführer für Molemab in Deutschland. Worin bestand Ihr Aufgabengebiet, bevor Sie hier im Unternehmen begonnen haben?

    Matthias Greiner: Nun, ich war in ganz unterschiedlichen Branchen zuvor tätig. Begonnen hatte ich im medizinischen Bereich als Geschäftsführer in einem Reha-Unternehmen, anschließend war ich Generaldirektor der Italienischen Fussball-Liga der Seria A und vor meiner Anstellung bei Molemab bin ich Manager in einer Gießerei gewesen.
    Das waren natürlich ganz verschiedene Bereiche, in denen Sie gearbeitet haben. Was hat Sie fasziniert, in diesen unterschiedlichen Sparten tätig zu sein?
    Egal, ob Sie als Geschäftsführer in einem italienischen Fussballverein oder als Manager in einer Gießerei arbeiten: Immer geht es um das betriebswirtschaftliche Denken. Im Wesentlichen geht es darum, ein Unternehmen erfolgreich nach vorne zu bringen und eine gewisse Marktposition zu erreichen. Von daher gibt es von der betriebswirtschaftlichen Seite her keine großen Unterschiede. Im Gegenteil, ich lerne sehr viel dazu und kann meine erworbenen Kenntnisse immer wieder gut in die neue Tätigkeit miteinbringen. Natürlich dauert es immer eine gewisse Zeit, bis man mit den Details vertraut ist und den Markt kennt. Hauptaufgaben eines Geschäftsführers sind in jedem Fall die Finanzplanung, das Controlling, die richtige Investitionsplanung und das Personalwesen.

    Molemab Deutschland hatte zuerst seinen Sitz in München, danach in Remscheid, anschließend in Troisdorf und jetzt wieder in München. Weshalb verlagerten Sie den Unternehmenssitz wieder zurück nach München?

    Logistisch ist es einfach ein großer Vorteil, wenn der Vertriebsstandort in der Nähe der Produktionsstätten Italien und Österreich liegt. Wenn es schnell gehen muss, haben wir innerhalb weniger Stunden die Ware beim Kunden. Außerdem sitzt ein Großteil unserer Abnehmer in Bayern und Baden-Württemberg und wir können dadurch den „Vor-Ort-Service“ bieten. Persönlich fühle ich mich natürlich auch mit meiner Familie hier in München sehr wohl.

    Wie viele Mitarbeiter haben Sie hier am Vertriebsstandort München beschäftigt?

    Aktuell arbeiten hier 11 Mitarbeiter.

    Was reizt Sie als Geschäftsführer bei Molemab?

    Vor allem finde ich es sehr effizient mit diesem großartigen Team zu arbeiten und Molemab Deutschland erfolgreich am Markt zu positionieren. Die Perspektiven, die sich uns bieten, sind unglaublich gut und wir haben das Potenzial dazu, den Markt mit den besten Schleifscheiben zu bedienen. Momentan befinden wir uns hier in Deutschland noch in der Aufbauphase. Das erste Jahr als Geschäftsführer habe ich genutzt, um mir einen Überblick über die Branche und den Markt zu verschaffen, im zweiten Jahr habe ich begonnen, einige Änderungen umzusetzen und jetzt gilt es die erforderlichen Strategien für die Zukunft zu entwickeln und umzusetzen.

    In welchen Bereichen sind die Kernkompetenzen von Molemab zu finden?

    Zum einen bieten wir konventionelle Schleifwerkzeuge an, zum anderen fertigen wir in Kärnten Diamant- und CBN-Schleifscheiben in Kunstharz-, Metall/Hybrid- und keramischer Bindung. Fast alle Industriezweige werden von uns bedient: die Luft- und Raumfahrtbranche, Auto-, Bahn-, Motor- und Schiffsbauindustrie. Aber auch in der Metallbearbeitung, in der Kernenergie, in der Öl- und Lebensmittel-, Papier- und Bauindustrie sind die Produkte von Molemab zu finden. Sehr leistungsfähig und anerkannt sind wir vor allem in der Kurbel- und Nockenwellenbearbeitung.

    Welche Neuigkeiten gibt es bei Molemab?

    Über die Produktneuheiten darf noch nicht gesprochen werden. Verraten darf ich aber schon, dass wieder zwei neue Niederlassungen eröffnet werden.

    Welche Chancen sehen Sie für Molemab in den nächsten Jahren?

    Die Aussichten sind sehr gut, vor allem für den deutschen Markt. Wir haben uns in Deutschland neu aufgestellt und entwickeln uns in die gewünschte Richtung. Durch unseren Außendienst sind wir immer vor Ort und kennen die Bedürfnisse unserer Kunden sehr genau. Diese Informationen, die wir von unseren Kunden bekommen, lassen wir selbstverständlich auch in die Produktentwicklung einfließen. Das zeichnet uns aus. Natürlich gibt es auch Standard-Schleifscheiben, die wir auch im Programm haben, aber grundsätzlich ist jede Scheibe, die wir für den Kunden herstellen, „custom-made“, keine Schleifscheibe gleicht einer anderen.

    Wirkt sich die Krise in Italien Ihrer Meinung nach auch auf Deutschland aus?

    Ich denke, dass es in Italien nicht die große industrielle Krise gibt, von der landläufig gesprochen wird, sonst würden viele deutsche Unternehmen nicht in diesem Ausmaß in Italien investieren, wie sie es gerade tun. Vermutlich gibt es eher eine politische Krise in Italien. Die Politik hat es nicht geschafft, die Unternehmen entsprechend zu unterstützen. 13 Millionen Arbeitslose bei 60 Millionen Einwohnern – diese Zahlen sprechen für sich. Außerdem gibt es in Italien das extreme Nord-Süd-Gefälle. Folgender Ausspruch beschreibt die regionalen Unterschiede in Italien sehr humorvoll: “ Die Mailänder leben um zu arbeiten, die Römer arbeiten um zu leben und die Süditaliener leben ohne zu arbeiten.“ Die Absatzzahlen bei Molemab Italien sind erfreulicherweise nicht wie in anderen Betrieben Italiens zurückgegangen, die gesamte Molemab-Gruppe hat sich umsatzmäßig sehr positiv entwickelt.

    Was bereitet Ihnen Unbehagen, wenn Sie die Märkte beobachten?

    Letztendlich sind es die Preise, die der Markt fordert. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Kunden nur die „einfache“ Schleifscheibe sehen und nicht die Technologie, die hinter unseren Produkten steht. Wir arbeiten ständig an Weiterentwicklungen und machen Versuche, um das Beste aus unseren Produkten herauszuholen. Dennoch erwarten die Kunden sehr niedrige Preise bei hoher Qualität. Dieser „Spagat“ ist nicht einfach zu erfüllen.

    Wie hebt sich Molemab vom Wettbewerb ab?

    Wir liefern hohe Qualität und können durch unsere überschaubare Unternehmensgröße äußerst flexibel auf Kundenanforderungen reagieren. Außerdem sind wir durch unsren Außendienst sehr nahe am Kunden. Wir wissen, was der Kunde braucht und der Markt fordert. Auf Veränderungen können wir uns jederzeit sehr schnell einstellen.

    Wer ist für Sie ein guter Berater?

    Mein Mitarbeiter Steffen Becker. Er unterstützt mich sehr gut und umfassend und wir tauschen uns bezüglich Molemab über alles aus. Wir sind natürlich nicht immer einer Meinung, aber wir versuchen den Standpunkt des anderen zu verstehen und zu respektieren. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.

    Was sehen Sie als Ihre persönliche Stärke an?

    Ich bin sehr konsequent in meinem Denken und Handeln. Entscheidungen, die ich einmal getroffen habe, bleiben bestehen. Außerdem habe ich keine Angst vor Veränderungen.

    Wenn Sie nicht Geschäftsführer von Molemab geworden wären…

    dann wäre ich jetzt höchstwahrscheinlich noch Firmenchef in der Gießerei. Ich habe mich für Molemab entschieden, da ich die Aufgabe hier sehr interessant und spannend finde und ich mich gerne den Herausforderungen stelle.

    Erfolg ist für mich…

    die Ziele zu erreichen, die ich mir gesteckt habe.

    Ich erhole mich am besten…

    beim Laufen. Ich jogge in der Woche zwischen 60 und 70 km. Das verschafft mir den körperlichen Ausgleich und einen „klaren Kopf“.

    Ich freue mich über…

    Zeit, die ich mit meiner Frau und den Kindern verbringen darf und dankbar bin ich auch sehr für die Gesundheit meiner Familie.

    Firmen-Information

    Molemab GmbH

    Gegründet:
    1961 (Italien); 1989 (Deutschland)

    Geschäftsführer:
    Ezio Maiolini; Matthias Greiner

    Maria – Merian Str. 10
    85521 Ottobrunn
    Telefon +49 89 63286200
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    www.molemab.com

    Produktportfolio:
    - Kunstharz- und Polyamid-Gebundene Schleifmittel;
    - Flexible Schleifmittel
    - Superabrasives
    Mitarbeiter:
    über 250 die Gruppe; 11 Deutschland

    Jahresumsatz:
    ca. 40 Mio € – Molemab-Gruppe
    3 Mio € – Deutschland

    Exportanteil:
    ca. 40% – Molemab-Gruppe