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  • Firma: TIGRA GmbH
  • Autor(en): Tilo Michal
  • Artikel eingestellt am: Mittwoch, 11 Juli 2012
  • Seitenaufrufe: 2892
  • „Die Schneide steht bei uns immer im Mittelpunkt“

    „Die Schneide steht bei uns immer im Mittelpunkt“
    „Die Schneide steht bei uns immer im Mittelpunkt“
    „Die Schneide steht bei uns immer im Mittelpunkt“

    Vor erst zwei Jahren ist das mittelständische Unternehmen Tigra auf den Markt der ultraharten Schneidstoffe eingestiegen. Davor stehen rund 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Fertigung von Schneideinsätzen sowie der Hartmetallherstellung und -bearbeitung – ein Portrait des Unternehmens aus Westbayern mit dem zackig-zahnigen Namen.

    Die Wortmarke ist klar und die Assoziation mit der wilden Raubkatze, deren scharfe Zähne Mensch und Tier gleichermaßen fürchten, ist gewollt: “Die Schneide steht bei uns immer im Mittelpunkt“, berichtet Firmen- Miteigentümer Bernd Motzer, Geschäftsführer von Tigra. Seit sein Vater 1983 das Unternehmen gegründet hat, versteht sich Tigra als Spezialist für rohe und geschliffene Schneideinsätze. „Hier ist es allerdings wichtig zu wissen“, führt Bernd Motzer aus, dass wir kein Werkzeughersteller im klassischen Sinne sind, sondern wir uns auf die Teile und Halbzeuge spezialisiert haben, auf die wir uns präzise verstehen.“ Das sind unter anderem Hartmetallschneideinsätze, Wendeschneidplatten, Hobelmesser, Sägezähne, Cuttermesser und nun, seit zwei Jahren, auch PKD- und PcBN-Halbfabrikate als Ronden und bereits geschnittene Segmente.

    Massgeschneiderte PKD-Sorten

    „Selbstverständlich haben wir den Trend zu ultraharten Schneidstoffen schon lange beobachtet und hier auch Versuche gemacht, wir wollten aber erst dann auf den Markt gehen, als wir das Gefühl hatten, hier wirklich etwas Neues und Einzigartiges bieten zu können“, erklärt Bernd Motzer. „Ich denke, das ist uns gelungen: Zusammen mit einem Partner haben wir spezielle PKD-Sorten entwickelt, man kann sagen maßgeschneidert, die exakt auf einzelne Gebiete der Zerspanung, wie Alu, Verbundwerkstoffe und Holzwerkstoffe, abgestimmt sind. Durch eine optimierte Wärmeabfuhr wird eine Aufbauschneide verhindert, die Sorten sind extrem verschleißfest und bieten noch den Vorteil, dass sie helfen, bis zu 20 Prozent Erodierzeit einzusparen.“ Im Bereich des PcBNs biete Tigra eine immens große Sortenauswahl, „die größte weltweit“ ist sich Bernd Motzer sicher, darunter viele Sorten die auf die Gussbearbeitung abgestimmt seien. Somit sieht er das Tigra-Produktportfolio mit den neuen PKD- und PcBN-Fabrikaten nun als komplettiert und abgerundet an. Klar ist, dass er sich gerade im Markt der PKDHalbzeuge noch großes Wachstum verspricht, entsprechend stark ist das Zukunft-Engagement der Firma.

    Auf Wachstumskurs

    Das mittelständische Unternehmen, das fünf Gesellschaftern gehört, baut gerade das Logistik- Zentrum aus, eine Halle mit 1200 Quadratmetern Fläche entsteht. Von dort können dann die Märkte weltweit noch effektiver bedient werden, schließlich müssen die allein 40 PcBNRondenvarianten, die man zählt, ja auch gelagert werden. Dort will man dann unter anderem auch die Innovationen Laser schweißbares PKD, zum Beispiel für Dosensenker, und die neuen, bruchsichereren PcBN-Sorten unterbringen, jederzeit abrufbar für den Export von Westbayern in die Welt. „Im größten großen Markt USA sowie in Brasilien und China haben wir eigene Niederlassungen vor Ort. Die anderen 67 Länder, die aktuell als Vertriebsziele in der Kundenliste erfasst sind, bedienen wir hier von unserem Stammwerk aus“, berichtet Bernd Motzer, nicht ganz ohne Stolz. Stichwort Stammwerk: Mittelständische Bodenhaftung ist bei den Tigra-Inhabern eine Selbstverständlichkeit: „Wir haben erst 2004 unsere Produktionsfläche verdoppelt, mit dem neuen Logistik- Zentrum gehen wir noch einen Schritt weiter. Darüber hinaus sind die 180 Arbeitsplätze vor Ort sicher und wir bilden weiterhin verstärkt aus, zum Beispiel zum Mechatroniker oder zum Kaufmann. Guten Auszubildenden machen wir immer ein Übernahmeangebot und wir unterstützen auch Mitarbeiter, die sich weiter qualifizieren wollen. Die Meisterschule ist hier nur ein weiteres Stichwort“, erklärt Bernd Motzer. Auch eine Verankerung in der Welt der Wissenschaften ist den Familieneignern wichtig: Tigra unterstützt zwei Stiftungsprofessuren an der Fachhochschule Augsburg. Für die gelungene Kombination aus Innovation und Tradition, sozialer Verantwortung und Weltoffenheit ist Tigra vor zehn Jahren dann auch mit dem Anton-Jaumann-Preis ausgezeichnet worden, der nach dem gleichnamigen bayerischen Wirtschaftsminister benannt ist, der sich besonders die Mittelstandsförderung auf die Fahnen geschrieben hatte.

    Herausforderung „fünf Werktage“

    Freilich ist dies überhaupt kein Grund, sich auszuruhen, das weiß Bernd Motzer, der täglich mit den Kunden und deren Anliegen zu tun hat, nur zu gut: Lieferfristen von häufig nur fünf Werktagen sind auch für sein Unternehmen und seine Mitarbeiter immer wieder eine Herausforderung. Die Qualität der Produkte muss ständig gewährleistet sein, „nichts ist schlimmer, als wenn unsere Schneide nicht die erwartete Performance bringt“. Um genau dies zu vermeiden, gibt es eine hauseigene Konstruktion, eine Softwareabteilung und ein eigenes Engineering sowie eine Robotics-Arbeitsgruppe. Die Produktion der Schneiden und Segmente ist eh im Stammwerk angesiedelt. „Die gesamte Wertschöpfungskette unserer Hartmetallprodukte befindet sich in Oberndorf. Damit fühlen wir uns sicher und im Wettbewerb jederzeit gut aufgestellt. Und unsere Mitarbeiter unterstützen unseren Kurs und tragen dazu bei, den Standort zu sichern, indem sie nur ganz selten auf die Uhr schauen, engagiert sind und sehr problemlösungsorientiert denken.“ Wenn der Chef dann doch einmal auf die Uhr sieht, dann hat das ganz andere Gründe und er ist „außer Haus“: Er gönnt sich eine Auszeit beim Tauchen. Dort ist die Uhr nämlich ein ganz wichtiges Utensil, man könnte auch Werkzeug sagen. Und vielleicht begegnet Bernd Motzer „da unten“ auch einmal einem Hai, was dann auch schon wieder etwas mit Schneiden zu tun hat. Vom Tiger zum Hai ist es eben doch nicht so weit...