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  • Firma: Carbonic Tools GmbH
  • Autor(en): Katja Dümpert
  • Artikel eingestellt am: Sonntag, 23 August 2015
  • Artikel: 054-042-d
  • Seitenaufrufe: 1048
  • Eine Idee setzt sich durch

    DIAMOND BUSINESS: Worin liegt Ihr Kerngeschäft?

    Gert Hofmann:

    Unser wichtigstes Absatzprodukt sind nach wie vor die Schleifdorne, die wir aus Carbon herstellen. Die vorteilhaften Eigenschaften der Aufnahmen und Dorne sprechen für sich. Egal ob es sich um Dichte, Elastizität oder um die thermischen Längenausdehnung handelt, so sind die Schleifdorne aus Carbon den Schleifdornen aus Stahl oder Hartmetall deutlich überlegen.

    Können Sie das genauer erklären?

    Bei Carbon handelt es sich um einen Faser-Kunststoff-Verbundwerkstoff, häufig auch als kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (CFK) benannt. Der Werkstoff Carbon hat ein sehr geringes Gewicht, ist aber besonders fest und besitzt eine hohe Steifigkeit. Im Vergleich mit Stahl verfügt Carbon über die gleiche Belastbarkeit, bei lediglich 20% des Stahlgewichtes. Die ausgezeichnete Kombination aus hoher Steifigkeit und niedriger Dichte, hat für die Bauteile von Carbonic Tools GmbH zu Folge, dass sie eine sehr hohe Eigenfrequenz haben und folglich auch geringere Vibrationstendenzen aufweisen. Außerdem ist auch die thermische Längenausdehnung sehr niedrig und unsere Bauteile sich deshalb für temperatursensitive Prozesse außerordentlich geeignet. Eine sehr hohe Maßhaltigkeit ist damit ebenso garantiert. Außerdem sind Kohlestofffasern sehr zugfest und überzeugen letztendlich auch durch ihr marginales Gewicht. Mit Bauteilen aus Carbon entstehen damit ganz neue Potenziale für die Werkzeugindustrie. Nicht ohne Grund haben diese Verbundwerkstoffe längst Einzug in der Luftfahrt, im Bauwesen, Motorsport und im Militärbereich gehalten.

    Wie ist es mit der Diamantwerkzeugbranche? Wie wird das neue Produkt angenommen?

    Leider ist der Werkzeugbau eine sehr konservative Branche – aber der Wandel begleitet uns stetig. In ein paar Jahren werden die Unternehmen nach und nach bestehende Werkzeugkonzepte optimieren müssen und auch neue Technologien werden eine wichtige Rolle spielen, wenn wir weiterhin Spitzenpositionen im Werkzeugbereich einnehmen wollen.

    Woraus bestehen die Kohlefaserverbundwerkstoffe in den Bauteilen von Carbonic Tools GmbH?

    Sie bestehen aus einer Hochleistungskohlefaser und einem Polymerharz. Dieses Harz ummantelt und unterstützt die Kohlefaser, damit sie ihre relativen Positionen beibehalten kann. Eine Art Synergieeffekt entsteht: Beide Materialeigenschaften in Kombination erzielen, wie bereits erwähnt, ausgezeichnete Eigenschaften.

    Die Fräsaufnahme und auch der Schleifdorn von Carbonic Tools GmbH sind mittels eines Hybridkonzeptes aufgebaut worden. Was versteht man darunter?

    Unser Hybridkonzept besteht aus einem Kohlefaserverbundwerkstoffkern. Der Kern hat eine hohe Stabilität und Steifigkeit und gleichzeitig eine sehr niedrige Dichte. Ummantelt ist dieser Kern von einer Stahlhülle, die das Torsionsmoment überträgt, gegen Kühlmittel und gegen Späne aus der Zerspanung schützt und eine dämpfende Wirkung besitzt.

    Wie entsteht die dämpfende Wirkung?

    Sie entsteht dadurch, dass die zwei verschiedenen Materialien unterschiedliche Eigenfrequenzen aufweisen. Wenn Vibrationen auftauchen, arbeiten die beiden Materialien gegeneinander, infolgedessen geht Energie verloren und die dämpfende Wirkung ist entstanden.

    Wie erleben die Endkunden Ihr Produkt und welche Vorteile bietet dieses Material in der Anwendung gegenüber herkömmlichen Dornen und Aufnahmen?

    Der Endkunde merkt zuerst die Gewichtsreduzierung. Darüberhinaus wird der Kunde feststellen, dass Form- und Lagetoleranzen über die der konventionellen Werkzeugaufnahmen liegen. Wesentliche Pluspunkte sind auch das Dämpfungsverhalten, die Laufruhe und die geringere Beanspruchung der Spindellagerungen.

    Woran arbeiten Sie gerade?

    Ich arbeite zurzeit an Strategien, die Marktpräsens von Carbonic Tools zu verbessern und den Vertrieb durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen auszubauen. Wir arbeiten beispielsweise daran, ein deutschlandweites Vertriebsnetz aufzubauen. Für Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist dies schon gelungen. Auch für die anderen Bundesländer laufen schon Gespräche mit freien Mitarbeitern.

    Wer ist für Sie ein guter Ratgeber?

    Meine besten Ratgeber sind meine freien Mitarbeiter. Außerdem schätze ich meine Frau an meiner Seite, die immer auch ihren speziellen Blick auf die Dinge hat und im Gespräch mir ihr, sehe ich vieles klarer.

    Worin sehen Sie Ihre Stärken?

    Ich bin einfallsreich und arbeite sehr kreativ an Verbesserung von Werkzeugkonzepten. Dadurch konnte ich auch ein sehr innovatives Produkt auf den Markt bringen.

    Was ärgert Sie?

    Am Anfang meiner Selbständigkeit wurde ich von den Lieferanten nur als „kleiner Kunde“ wahrgenommen und oft war ich in deren Prioritätenliste nicht auf den vorderen Plätzen. Das hat mich schon sehr gestört.

    Wie lebt es sich als gebürtiger Däne in Deutschland?

    Meine Familie und ich haben uns bewusst für einen Lebensmittelpunkt in Deutschland entschieden. Wir fühlen uns hier an der Grenze zu Dänemark sehr wohl und schätzen Deutschland als Industriestandort.

    Am besten kann ich mich erholen…

    ... wenn ich mit meiner Familie zweimal die Woche zum Laufen gehen kann. Das ist ein fester Termin für uns alle und verschafft mir die nötige Inspiration und Erholung vom Alltag.

    Firmen-Information

    Carbonic Tools GmbH
    Gegründet: 2010
    Geschäftsführer:
    Dipl.Ing. Gert Hoffmann

    D-24983 Handewitt
    Fon 04608 97 21 37
    Fax 04608 97 21 38
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    www.carbonic-tools.de

    Produktportfolio:

    - Schleifdorne aus Verbundwerkstoffe
    - Schleifstifte aus Kohlefaserverbundwerkstoff
    - Fräsaufnahmen aus Verbundwerkstoffe
    - Messgeräte aus Kohlefaser