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  • Firma: Finzler, Schrock & Kimmel GmbH
  • Autor(en): Katja Dümpert
  • Artikel eingestellt am: Montag, 29 September 2014
  • Artikel: 050-018-d
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  • FINZLER, SCHROCK & KIMMEL GmbH (fis)

    Anja und Michael Schrock
    Anja und Michael Schrock
    FINZLER, SCHROCK & KIMMEL GmbH (fis)
    FINZLER, SCHROCK & KIMMEL GmbH (fis)

    – eine Erfolgsgeschichte aus Bad Ems

    Fis feiert 75. Geburtstag in diesem Jahr und wie bei jedem „Geburtstagskind“ blickt man gerne zurück, kramt in Vergangenem und erinnert sich an die kleinen Anfänge jenes mittelständischen Unternehmens, das als Anbieter von galvanisch gebundenen Diamant- und cBN-Werkzeugen Erfolgsgeschichte geschrieben hat.

    Das Unternehmer-trio findet sich

    Alles geht zurück auf die Idee von Albert Finzler, der 1939 als ortsansässiger Zahnarzt in Bad Ems den Wunsch hatte, Dental-Werkzeuge als galvanisch gebundene Diamant-werkzeuge selbst herzustellen. Herr (Senior) Eugen Schrock wirkte damals noch als Techniker in Berlin und ließ sich von der Unternehmens- idee seines Freundes nach Bad Ems locken, um an dieser Entwicklung zu arbeiten. Trotz der widrigen Kriegsumstände und der unvorstellbar primitiven Bedingungen haben es die beiden tatsächlich geschafft, solche Produkte herzustellen. Allerdings fehlte noch ein Dritter im Bunde: Jemand, der diese für damalige Verhältnisse „modernen“ Werkzeuge auf den Markt bringen konnte. Die Auswahl fiel auf Herrn Fritz Kimmel, damals Dentalkaufmann in Koblenz. Auch er ließ sich sofort vom Unternehmen „Finzler-Schrock“ begeistern und wurde zuständig für den Vertrieb der Dental-Bohrer.

    Michael Schrock ist nun Alleininhaber von Fis

    Doch das „Unternehmer-Trio“ prägte nur wenige Jahre die Geschichte der „fis“. 1952 starb Fritz Kimmel; Albert Finzler hatte sich bereits zuvor auf seine zahnärztliche Tätigkeit zurück besonnen. Während seine Unternehmensanteile an Kimmel und Schrock zu gleichen Teilen übertragen wurden, war die Witwe von Herrn Kimmel fortan stille Gesellschafterin, bis sie ihren Anteil an ihren Sohn Jürgen vererbte. Dieser war bis zum Jahr 1997 einer von zwei Geschäftsführern; sein Anteil wurde 2007 an seine beiden Kinder übertragen, die jedoch im Geschäft nicht aktiv wurden. Heute, 75 Jahre nach der Unternehmensgründung, erfolgte eine weitere wichtige Veränderung: Michael Schrock erwarb vor kurzem die Geschäftsanteile der Geschwister Kimmel. Damit ist der Sohn des Firmengründers nicht mehr nur als Geschäftsführer, sondern auch als Alleininhaber für die Geschicke des Unternehmens verantwortlich. Der 59-jährige Michael Schrock ist ein Mann der leisen Töne, ein Mensch, der besonnen und bescheiden auf die 75-jährige Unternehmensgeschichte „Finzler, Schrock und Kimmel“ zurückblickt. Er weiß genau, dass er den Erfolg dieses Traditionsunternehmens vor allem jenen zu verdanken hat, die täglich engagiert und zielstrebig in der Produktion und in der Verwaltung dieses mittelständischen Unternehmens ihre Leistung erbringen und sich die Zufriedenheit der Kunden auf die eigene Fahne schreiben.

    Südafrika als Ausgangspunkt für die Unternehmensnachfolge

    „Nach meinem Abitur schickte mich mein Vater zu „De Beers“ nach Südafrika. Es hätte für mich damals keine interessantere Praktikumsstelle geben können. Dort durfte ich in einem Labor arbeiten, das für die Erforschung von Diamantanwendungen errichtet wurde“, strahlt Herr Schrock. Gerne erinnere er sich an diese Zeit zurück und gibt zu verstehen, dass damit der Grundstein gelegt wurde, die Unternehmensnachfolge seines Vaters anzutreten. Nach seinem Maschinenbaustudium an der TH Aachen fing er an, im väterlichen Betrieb zu arbeiten. „Dennoch - als junger Mensch habe ich mir nicht die Gedanken gemacht, dass die Leitung eines Unternehmens, auch wenn es nur 50 Mitarbeiter hat, in erster Linie heißt, zu lernen mit Menschen umzugehen und nicht mit Apparaten“ gibt Herr Schrock freimütig zu verstehen „Sowohl nach innen, als auch nach außen besteht mehr als die Hälfte der Arbeit darin, mit Menschen zu sprechen und auf sie einzugehen. Lieferanten, Kunden und die Mitarbeiter haben ihre ganz persönlichen Erwartungen, Vorstellungen und Ziele, die es stets abzugleichen gilt. Als Geschäftsführer muss man deren Ziele wahrnehmen, erkennen und darf dabei sein eigenes Ziel nicht aus dem Auge verlieren.“

    Industrie- als auch Dentalwerkzeuge

    Schon längst arbeitet das Bad Emser Unternehmen nicht nur in der Dentalindustrie. Obwohl die Firma aus der Dentaltechnik hervorgegangen ist, erwirtschaftet „fis“ inzwischen rund 70 Prozent seines Umsatzes mit Industriewerkzeugen. „Wir haben uns entschieden, kein Allroundanbieter für Dentalprodukte oder für rotierende Dentalwerkzeuge ganz allgemeiner Art zu sein. Diese Entscheidung hat besser zu unserer Unternehmensstruktur gepasst. Unsere Firma versteht sich als Hersteller von galvanisch gebundenen Diamant- und cBN-Werkzeugen, klein und groß, Industrie wie auch Dental, aber mit dem Fokus auf eine Spezialisierung in jedem Bereich“, führt Herr Schrock aus. „fis“ ist außerdem einer der wenigen vergleichbaren Anbieter, die auch als Medizinproduktehersteller zertifiziert sind. Dadurch hat es das Unternehmen geschafft, sich einen Namen in der Branche zu verschaffen und den hohen Anforderungen des Medizinproduktegesetzes Rechnung zu tragen.

    Anja als neuer Impulsgeber für Fis

    Unterstützt wird Herr Schrock seit einem Jahr im Unternehmen auch von seiner Ehefrau Anja, die ihm beherzt zur Seite steht und für einen „neuen“ Anstrich bei „fis“ sorgt. Sie sprudelt vor Ideen und hat Freude daran, gemeinsam mit ihrem Mann, „fis“ etwas weiter nach vorne zu bringen. Sie war es, die vor kurzem einen Gesundheitstag im Unternehmen ins Leben gerufen hat. Ihr ist es auch zu verdanken, dass die Mitarbeiter regelmäßig mit frischem Obst versorgt werden.

    Michael Schrock selbst bezeichnet sich als konservativen und ausdauernden Menschen, der durchaus auch einmal warten kann. Trotzdem weiß er genau, dass es heute bereits gilt, die Weichen für die nächsten fünf bis zehn Jahre zu stellen, um einen kommenden Generationswechsel nicht zu verschlafen. Getreu dem „fis“-Unternehmensmotto: „Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen“, ist dies wohl auch eine von vielen klugen, strategischen Entscheidungen, die Michael Schrock in den letzten Jahren getroffen hat. Dieser Wandel sei notwendig, sagt er, nicht zuletzt deswegen, weil er noch viele andere Interessen wie z. B. den historischen Motorsport und das Golfen habe, aber auch um die Unternehmens-Geschichte „fis“ für die nächsten Jahrzehnte fortschreiben zu können.