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  • Firma: FMT Metal Tooling GmbH
  • Autor(en): Katja Dümpert
  • Artikel eingestellt am: Montag, 08 September 2014
  • Artikel: 049-032-d
  • Seitenaufrufe: 1721
  • Wir können PKD

    Bereits 1978 wurde die Gruppe Frezite in Portugal gegründet. Während sich das Unternehmen in den Anfangsjahren vor allem auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen für die holzzerspanenden Märkte sowie für die kunststoffverarbeitende Industrie konzentrierte, liegt mittlerweile der Fokus und das Know-how, durch die Gründung von FMT (Frezite Metal Tooling) im Jahr 2006, ganz klar in der Metallzerspanung. Die weltweit agierende Gruppe mit über 400 Mitarbeitern steht als Synonym für äußerst leistungsfähige und innovative PKD-Werkzeuge. Besonders im Bereich der Aluminiumzerspanung und der Gehäusefertigung hat sich FMT längst einen Namen gemacht. Seit mittlerweile sieben Jahren existiert nun auch ein Produktionsstandort in Deutschland. Dieser versorgt nicht nur die Automobilindustrie mit Sonderwerkzeugen im PKD-Bereich, auch für die Luft- und Raumfahrttechnik ist FMT ein kompetenter Ansprechpartner geworden.

    Geführt wird das Unternehmen seit einigen Monaten gemeinsam von Thomas Lippels und Karlheinz Schnell. Während Thomas Lippels sich hauptsächlich um die kaufmännische Organisation kümmert und sich somit mit Personalfragen, Finanzen und der Organisationsstruktur auseinandersetzt, entscheidet Karlheinz Schnell über die technischen Fragen und ist verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Produktion. Sie arbeiten nun beide „Hand in Hand“ und haben stets das Wohl der Kunden im Auge. Gerne berichten die beiden über die Änderungen im Unternehmen und wagen eine Prognose für die nächsten Jahre.

    DIAMOND BUSINESS: In den letzten Monaten gab es viele Änderungen und Neustrukturierungen im Unternehmen. Was wurde verändert bzw. verbessert?

    Thomas Lippels: Bisher lag der Fokus von FMT Balingen vor allem auf dem technischen Bereich, was ja auch gut und logisch ist in unserem Umfeld. Allerdings gibt es auch viele kaufmännische Entscheidungen, die auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfen und getroffen werden müssen, um das Unternehmen „auf Kurs zu halten“. Es geht darum, eine klare Organisation im Unternehmen zu etablieren, um finanzielle und buchhalterische Entscheidungen treffen und nachhaltige und realistische Unternehmensziele planen zu können. Damit jeder bestmögliche Entscheidungen für seinen Kompetenzbereich treffen kann, wurden die beiden Bereiche, Technik und Organisation getrennt. Herr Schnell und ich ergänzen uns gegenseitig und lernen tagtäglich voneinander. So erfahre ich mehr über die Anwendungsbereiche der Werkzeuge und Herrn Schnell konnte ich zum Beispiel einen kurzen Crashkurs zum Thema „Cashflow“ geben. Das bereichert uns beide in der Arbeit und sorgt für besseres beiderseitiges Verständnis.

    Desweiteren wurde der Außendienst gebietsmäßig in Nord- und Süddeutschland aufgeteilt. Jeder Außendienstmitarbeiter hat somit sein vorgegebenes Gebiet und ist damit konkret für seine Kunden zuständig.

    Wie werden diese Veränderungen von den Kunden und den Mitarbeitern angenommen?

    Karlheinz Schnell: Dadurch, dass die Kompetenzen nun klar geregelt sind und jeder von uns beiden seinen Entscheidungsbereich hat, kann FMT viel schneller und zuverlässiger agieren. Das Vertrauen in den Service und in die Produkte von FMT konnten wir damit erstklassig ausbauen.

    Auch die gebietsmäßige Aufteilung der Außendienstmitarbeiter ist auf breite Zustimmung bei unseren Kunden gestoßen. Sie fühlen sich nun besser beraten und betreut und können durch die regelmäßigen Besuche Ihre Anliegen sofort äußern. Auch weil dadurch die jeweiligen Ansprechpartner klar festgelegt sind und jeder Kunde weiß, an wen er sich wenden kann. Somit kann auf Anfragen schnellstens reagiert werden.

    FMT war auch Aussteller auf der Grindtec in Augsburg. Wie ist Ihr Fazit?

    Karlheinz Schnell: Auf der Grindtec hatten wir unsere Messgeräte der Marke IPM präsentiert. IPM war ursprünglich ein Schweizer Unternehmen, welches von FMT übernommen wurde. Die Messgeräte werden von FMT, hier in Balingen zusammengebaut und alle notwendigen Bauteile dafür kommen aus Deutschland, der Schweiz und aus Holland. Auf der Messe konnten wir exklusiv und anschaulich die Vorteile dieser Messgeräte für die Kunden herausstellen und es wurden einige Aufträge konkretisiert, was uns sehr zuversichtlich für die Zukunft der Marke stimmt.

    Auf welchen Messen sind Sie noch zu finden?

    Karlheinz Schnell: Auf der EMO sind wir zusammen mit dem Mutterkonzern vertreten, auf der AMB präsentieren wir voraussichtlich (wieder) unsere PKD-Werkzeuge.

    Hier im Standort Balingen sind 17 Mitarbeiter beschäftigt. Findet die Forschung und Entwicklung vor Ort statt? Thomas Lippels: FMT und die Gruppe Frezite ist mit seinen Produkten in über 50 Ländern weltweit präsent, mit neun Niederlassungen und sieben Produktionsstandorten und zwei neuen Projekten, Türkei und China, welche in den kommenden Monaten hinzukommen. Alle Rückmeldungen, die wir von unseren Kunden bekommen, fließen in unsere Arbeit mit ein und wir geben unsere Erfahrungen auch an den Mutterkonzern weiter. Unser Standort liefert aufgrund des Feedbacks unserer Kunden besonders viel Input für die Entwicklung, für die Konstruktion und für F&E. In Portugal haben wir eine eigene Entwicklungsabteilung, die sich tagtäglich für eine bessere Performance der Werkzeuge einsetzt und ein lokales Entwicklungszentrum in dem wir, aber auch Kunden, Werkzeuge und Anwendungen testen können.

    Was bereitet Ihnen zurzeit am meisten Kummer?

    Karlheinz Schnell: Momentan stehen wir hier in Deutschland unter einem enormen Preisdruck, ich würde sogar von einem Preiskampf sprechen. Diese Entwicklungen bereiten uns teilweise „Kopfzerbrechen“. FMT steht für höchste Qualität und nicht für billige Werkzeuge. Wir überzeugen mit kurzen Bearbeitungszeiten, mit hoher Standzeit, umfassendem Service und schnellen Lieferzeiten. Das sind unsere Prioritäten und darauf wollen wir auch weiterhin setzen.

    Wenn wir die internationalen Märkte betrachten, haben wir in Südamerika, insbesondere Brasilien und Mexiko, ein hohes Wachstum. Das freut uns natürlich auch hier in Deutschland…

    Welche Strategien verfolgen Sie gegenüber den Mitbewerbern?

    Thomas Lippels: Neben der Qualität der Werkzeuge sind wir hier bei FMT äußerst flexibel und können schnell auf Kundenanfragen reagieren. Herr Schnell macht, wenn ich das so sagen darf, dabei seinem Namen alle Ehre. Das bestätigen uns auch immer wieder unsere Kunden.

    Welche Entwicklungen sehen Sie in den nächsten Jahren bei FMT?

    Thomas Lippels: Unser Ziel ist es, die Marktposition von FMT in Deutschland weiter auszubauen und den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu erhöhen. Wie schon gesagt, es ist wichtig für uns, dass die Kunden sich verstanden fühlen, unseren Einsatz schätzen und sehen, dass wir ihnen mit technischem Know-how zur Seite stehen. Außerdem ist uns auch die (Weiter-)Entwicklung der Mitarbeiter hier am Produktionsstandort in Balingen sehr wichtig. Es geht nicht nur darum, dass die Kollegen die Arbeitsleistung bringen, sondern wir möchten Ihnen auch die Gelegenheit geben, in Ihrem Berufsfeld Weiterbildungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Das beginnt beispielsweise bei einer einfachen Officeschulung und geht über die Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Portugiesisch. Wir möchten langfristig das Potenzial der Mitarbeiter erkennen und fördern. Kompetente, gut ausgebildete Mitarbeiter sind, neben anderen Faktoren, der Garant für unseren Unternehmenserfolg.

    Thomas Lippels

    In München geboren und aufgewachsen, absolvierte er eine Ausbildung zum Industrieelektroniker, um anschließend, nach seinem Studium der Elektrotechnik und der Betriebswirtschaft seinen MBA in Lissabon und seinen Master in Atlanta zu absolvieren. In Schweden lernte er beim Erasmus-Programm der europäischen Union seine Frau kennen und zog mit ihr nach Portugal. Zunächst arbeitete er als Trainee bei der dortigen IHK, anschließend war er für das Finanzmanagement eines namhaften Getränkeherstellers zuständig, zuerst in Lissabon und anschließend in Madrid. Seit 2013 und mit der Geburt des 2ten Kindes entschied sich die junge Familie in die süddeutsche Heimat zurückzukehren. Mit seinen hervorragenden Fremdsprachenkenntnissen und seiner langjährigen kaufmännischen Erfahrung ist er zu einem wichtigen Baustein und Bindeglied der FMT-Gruppe geworden. Spannend erlebt Thomas Lippels den intensiven Kundenkontakt und sehr motivierend findet er die abwechslungsreiche Tätigkeit bei FMT in Balingen. Werte wie „Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Offenheit“ stehen bei ihm hoch im Kurs und er hält diese gerade auch im Business-Bereich für unersetzlich. Thomas Lippels liebt sportliche Herausforderungen und träumt „irgendwann“ von einer mehrwöchigen Trekkingtour durch den Himalaya.

    Karlheinz Schnell

    Aufgewachsen ist Karlheinz Schnell in Stetten am kalten Markt. Als gelernter Industriemechaniker konnte er bereits bei einigen namhaften Werkzeugherstellern Erfahrungen sammeln. Nebenberuflich hat er sich als Maschinenbautechniker und technischen Betriebswirt weitergebildet. Der mittlerweile vierfache Familienvater lässt sich privat und auch nicht beruflich aus der Ruhe bringen und wird von den Mitarbeitern wegen seiner Besonnenheit und nicht zuletzt auch wegen seiner hohen Fachkompetenz sehr geschätzt. Er hat ein Faible für schnelle Sportwagen und würde sich gerne auch einmal zu den Fahrern eines Wagen aus Stuttgart-Zuffenhausen zählen wollen.