„Mit einer Kartoffel kann man nicht schleifen“

Werkzeugspezialist Wunschmann setzt auf Profiliermaschine von Kirner. Um flexibler reagieren und vor allem noch präziser schleifen zu können, profiliert die Wunschmann GmbH ihre Schleifwerkzeuge jetzt mit der Abrichtmaschine K 43 C von Kirner aus dem Schwarzwald.

„Eigentlich lohnt sich eine Profiliermaschine für einen kleineren Hersteller nicht wirklich, aber wenn man Wert auf Qualität, Maßhaltigkeit und Flexibilität legt, braucht man sie halt doch irgendwann.“ Stephan Wunschmann ist keiner, der lange um eine Sache herumredet, er bringt die Dinge schnell auf den Punkt. Was nicht heißt, dass der Inhaber und technische Kopf der Wunschmann GmbH aus Rottenburg-Hailfingen zu überhasteten Entscheidungen neigt. Schon gar nicht, als es um die Investition in eine neue Profiliermaschine für seine Fertigung ging. Aber der Reihe nach:
Seit 1976 werden bei Wunschmann Präzisionswerkzeuge für die Zerspanung nachgeschliffen und neu hergestellt. Wobei die Herstellung neuer Werkzeuge, als Standard- oder Sonderanfertigungen, eine immer größere Rolle spielt. Nun weiß jeder, der mit einer CNC-Schleifmaschine arbeitet, dass das Schleifergeb-nis wesentlich von einer exakt profilierten Schleifscheibe abhängt. Das heißt, Schleifwerkzeuge müssen regelmäßig wieder in Bestform gebracht werden. Bei Wunschmann wurde das bisher auf einer älteren Werkzeugschleifmaschine gemacht. Keine befriedigende Lösung. „Mit unserem Abrichtprozess war ich nie wirklich zufrieden“, gibt Stephan Wunschmann zu, „und auch die Zusammenar-beit mit einem externen Profilierservice war nie so, wie ich es mir gewünscht habe. Entweder hat es zu lange gedauert oder die Maßhaltigkeit war unbefrie-digend oder beides.“

Schleifscheiben-Profil wie eine Kartoffel

Der Auftrag eines anspruchsvollen schweizer Kunden gab dann für Wunsch-mann den Ausschlag für die Anschaffung einer eigenen Abrichtmaschine. Wun-schmann musste Formplatten aus Vollhartmetall mit ziemlich komplexen Geo-metrien und geringen Toleranzen liefern. „Wenn Geometrien mit komplexen Konturen und Radien geschliffen werden, sieht das Profil einer Schleifscheibe nach einer Weile aus wie eine Kartoffel“, so Stephan Wunschmann, der das Bild mit der Kartoffel zum ersten Mal in seiner Ausbildung gehört hat. Nachdem ich mich vorher ein halbes Jahr mit dem Thema Abrichtmaschine beschäftigt hatte, hat mich dieses Projekt schließlich davon überzeugt, dass wir so eine Maschine haben müssen, wenn wir noch genauer produzieren wollen.“
Dass es dann die K 43 C von Kirner sein sollte, war nach einer kurzen Recher-chephase für Stephan Wunschmann schnell klar. Zwei Mal war der Rottenbur-ger Werkzeugtüftler mit seinen „Problem-Schleifscheiben“ bei Kirner in Neu-stadt und hat sich persönlich von der Leistungsfähigkeit und vor allem der Be-dienerfreundlichkeit der K 43 C überzeugt. „Ich habe denen einen Satz Schleif-scheiben aus einem aktuellen Auftrag zum Profilieren mitgebracht und gese-hen, wie einfach diese kompakte Maschine zu bedienen ist”, sagt Wunsch-mann. „Dann haben wir das Profilierergebnis nachgemessen, ein Mal bei Kir-ner, ein Mal auf unserer Walter-Messmaschine, alles bestens, und ich habe bestellt.“

Kleinste Radien exakt profilieren

Auf der K 43 C lassen sich Diamant- und CBN-Schleifscheiben bis zu einem Durchmesser von 350 Millimeter exakt abrichten. Dabei hilft die speziell entwi-ckelte Visualisierungssoftware KirCam (Zeichnungsformate DXF, DWG, VBF) und die hochauflösende Kamera-Monitoreinheit mit einem maximalen Zoomfak-tor von 100. Damit sind die Schleifexperten bei Wunschmann in der Lage, auch kleinste Radien von 0,05 mm zu profilieren. Je nach Auftrag werden Einzel-scheiben oder gleich ganze Scheibensätze in einem Durchgang abgerichtet. Was dem erfahrenen Praktiker an der K 43 C noch gefällt? „Die Stabilität, die sehr gute Maschinenbedienung, die Flexibilität und die solide Verarbeitung.“ Schon nach einer kurzen Einlernzeit arbeiteten fast alle Wunschmann-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Probleme mit der Kirner-Maschine. „Im Nachhinein”, so Wunschmann, „hätten wir die Abrichtmaschine schon viel frü-her kaufen sollen. Diese Investition hat uns einen echten Schub in Sachen Qua-lität und Flexibilität gebracht. Wir würden sie nicht mehr hergeben.“ Ein größeres Kompliment kann sich Stefan Zehner, der bei Kirner für die tech-nische Anwendungsberatung zuständig ist, eigentlich nicht vorstellen, zumal es von einem Praktiker mit jahrzehntelanger Schleiferfahrung kommt. „Wir sehen das als Bestätigung für unsere Strategie und werden auch zukünftig präzise, solide Maschinen bauen, die bei aller Leistungsfähigkeit wirklich einfach zu be-dienen sind.“

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