Simulation des Einflusses von Spindelverlagerungen auf den Materialabtrag beim Schleifen
Im Gegensatz zu Zerspanprozessen mit geometrisch bestimmter Schneide kommt beim Schleifen eine Vielzahl von Schneiden zum Einsatz. Diese Schneiden sind die einzelnen in der Schleifscheibe gebundenen Schleifkörner, deren Anzahl, Geometrie und Lage zum Werkstück während der Bearbeitung unbestimmt sind. Obwohl sich die Zustellungen beim Hochleistungsschleifen im Millimeterbereich befinden, liegen die Zustellungen einzelner Schneiden im Mikrometerbereich. Daher haben Schwingungsamplituden im Mikrometerbereich einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Materialabtrag am Einzelkorn, und damit auch auf den Prozess und das Prozessergebnis [Auri09]. Diese Schwingungen entstehen durch Interaktionen zwischen Prozess und Maschine, die im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms SPP 1180 untersucht wurden.
von Benjamin Kirsch und Jan Aurich
Um die Auswirkungen dieser Prozess-Maschine-Interaktionen (PMI) bewerten zu können, wurden am Lehrstuhl für Fertigungstechnik und Betriebsorganisation (FBK) während durchgeführten Schleifexperimenten die Verlagerungen der Antriebsspindel gemessen. Die experimentell gemessenen Verlagerungen wurden in eine kinematische Simulation des Schleifprozesses (KSIM) eingelesen, um den Materialabtrag am Einzelkorn und damit die Auswirkung von Spindelverlagerungen im Mikrometerbereich abzubilden.





