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Oyster Line: Diamanten aus dem Sperrgebiet
Der Fund eines Diamantkristalls in der Nähe der heutigen Stadt Kimberley leitete 1869 die Entdeckung der (süd-) afrikanischen Vorkommen ein. Nach 1870 war nichts mehr so, wie es vorher gewesen ist. Der afrikanische Kontinent begann, sich als wichtigster Diamantenlieferant der Welt zu etablieren und überflügelte bald Indien und Brasilien, die bis dahin einzigartig dagestanden hatten. ...
von Elisabeth Strack
Der Fund eines Diamantkristalls in der Nähe der heutigen Stadt Kimberley leitete 1869 die Entdeckung der (süd-) afrikanischen Vorkommen ein. Nach 1870 war nichts mehr so, wie es vorher gewesen ist. Der afrikanische Kontinent begann, sich als wichtigster Diamantenlieferant der Welt zu etablieren und überflügelte bald Indien und Brasilien, die bis dahin einzigartig dagestanden hatten.
von Elisabeth Strack
Es sollte noch etwa drei Jahrzehnte dauern, bis Diamanten in Südwestafrika, damals unter deutscher Verwaltung stehend, gefunden wurden. Die ersten Funde in der Elizabeth Bay in der Nähe der Stadt Lüderitz im heutigen Namibia stammen aus dem Jahr 1908, sie gehen auf den Bahninspektor August Strauch zurück, der sich sofort die Abbaurechte sicherte. Eine knapp 200 Kilometer südlich von Lüderitz gelegene Lagerstätte bei Bogenfels erwies sich als so ergiebig, dass die deutsche Kolonialregierung das Gebiet nördlich des Oranjeflusses bis zur Walfischbucht zum Sperrgebiet erklärte. Der Ort Kolmanskop östlich von Lüderitz, in dessen Nähe der erste Fund erfolgt war, entwickelte sich schnell zum Zentrum der neuen Diamantenindustrie. Bereits 1910 lieferte das Sperrgebiet etwa ein Fünftel der damaligen Weltproduktion an Diamanten.
Nach dem 1. Weltkrieg verlor Deutschland sein nördlich des Oranjeflusses gelegenes Kolonialgebiet, das nun unter dem Namen Namibia der Regierung von Südafrika unterstellt wurde. Der Diamantenabbau ging in die Hände der neu gegründeten Gesellschaft Consolidated Diamond Mines of Southwestafrica Ltd. über. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte verlagerte sich das Zentrum des Abbaus von Kolmanskop aus immer weiter nach Süden, und Mitte der fünfziger Jahre war die Stadt Oranjemund an der Mündung des gleichnamigen Oranjeflusses zum Zentrum der namibischen Diamantenindustrie geworden.
Der deutsche Geologe Hans Merensky, der seit 1904 ein eigenes Beraterbüro in Johannesburg unterhielt, war einer der ersten gewesen, der die Fundstelle von 1908 untersucht hatte. Die Diamanten waren im losen Sand gefunden worden, und es gab zunächst keine Erklärung dafür, wie und von woher sie dorthin gelangt waren.


