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Diamantvorkommen in Afrika: Côte d’Ivoire – Elfenbeinküste

Seit Dezember 2005 darf das Land Côte d’Ivoire keine Diamanten mehr ausführen. Das Verbot wurde von den Vereinten Nationen ausgesprochen, weil Diamanten illegal zur Finanzierung des von 2002 bis 2007 andauernden Bürgerkrieges verkauft worden waren. Die Elfenbeinküste ist daher derzeitig immer noch vom Kimberley Prozess (KP) ausgeschlossen. ...

von Elisabeth Strack

Seit Dezember 2005 darf das Land Côte d’Ivoire keine Diamanten mehr ausführen. Das Verbot wurde von den Vereinten Nationen ausgesprochen, weil Diamanten illegal zur Finanzierung des von 2002 bis 2007 andauernden Bürgerkrieges verkauft worden waren. Die Elfenbeinküste ist daher derzeitig immer noch vom Kimberley Prozess (KP) ausgeschlossen. Die 2003 auf internationaler Ebene getroffene Vereinbarung regelt den weltweiten Im- und Export von Rohdiamanten, um zu vermeiden, dass so genannte Konfliktdiamanten weiterhin auf den Markt gelangen.

von Elisabeth Strack

 

Die Elfenbeinküste ist heute eines der wenigen Länder, das sich nicht an die KP-Vereinbarung gehalten hat und das daher als Lieferant von Konfliktdiamanten in den Blickpunkt der Diamantenindustrie geraten ist, obwohl es kaum noch Diamanten produziert. Es gibt seit 30 Jahren keinen geregelten Abbau mehr, sondern nur noch einheimische Diamantengräber, die von Hand auf den Diamantenfeldern von früher mehr oder weniger systematisch nach Diamanten suchen. Die Ausbeute, über die keine genauen Zahlen vorliegen, ist äußerst gering; sie wird trotz des UN-Verbotes in das östliche Nachbarland Ghana geschmuggelt und von dort exportiert. Der Schmuggel ist ein Grund für die Vereinten Nationen, das KP-Verbot weiterhin aufrecht zu erhalten.

Die heutige Regierung der Elfenbeinküste legt Wert darauf, dass der aus dem Französischen übernommene Landesname auch in anderen Sprachen verwendet wird. Im Folgenden wird die deutsche Entsprechung Elfenbeinküste u.a. weiterhin verwendet werden. Der Name zeigt an, dass das Gebiet seit 1843 ein französisches Protektorat und von 1893 bis 1960 französische Kolonie, einmal große Mengen Elfenbein geliefert hat. Kaffee, Kakao, Ananas, Baumwolle und Kautschuk waren weitere Einnahmequellen. Der Staat Côte d’Ivoire erlebte nach der Unabhängigkeit von Frankreich im August 1960 unter der Regierung von Félix Houphouet- Boigny eine relativ stabile und wirtschaftlich gute Zeit. Die Anbindung an Frankreich war immer noch sehr eng, und fast alle führenden Positionen im Land waren von Franzosen besetzt, die nach wie vor ein privilegiertes koloniales Leben führten. Der Kult, den Houphouet-Boigny um seine eigene Person veranstaltete und der im Bau seiner prächtigen neuen Regierungsstadt Yamoussoukro gipfelte, richtete so lange keinen Schaden an, wie die eigentlichen Geschäfte in den Händen der im Land lebenden Franzosen lagen. Dies änderte sich in den achtziger Jahren, als es zu ersten Unruhen und Aufständen kam. Als Houphouet-Boigny 1993 starb, war das Land bereits weit gehend auf einem Tiefstand angekommen. Nach zwei Staatsstreichen 1999 und 2001 begann 2002 der Bürgerkrieg, sodass auch die wenigen verbliebenen Franzosen und Euopäer dem Land den Rücken kehrten. Das Land versank im Chaos, hat aber seit 2007 wieder eine Regierung, nachdem der diktatorische Präsident Laurent Gbagbo sich mit dem Rebellenführer Guillaume Soro geeinigt hatte, der daraufhin Premierminister wurde. Von geordneten oder stabilen Verhältnissen kann aber auch jetzt nicht gesprochen werden.

Der westafrikanische Staat Côte d’Ivoire, am Golf von Guinea im Atlantischen Ozean gelegen, erstreckt sich über ein Gebiet von 322 000 Quadratkilometer, er grenzt im Osten an Ghana, im Norden an Mali und Burkina Faso und im Westen an Liberia und Guinea. Der Staat hat heute etwa 18 Millionen Einwohner. 1974 waren es 5 Millionen. Im Januar 1974 hatte ich während eines längeren Aufenthaltes in der Elfenbeinküste Gelegenheit, die Diamantvorkommen des Landes zu besuchen und darüber zu schreiben (1). Zu diesem Zeitpunkt nahte bereits das Ende der relativ guten 30 Jahre des Diamantenabbaus, die im Nachhinein auch als die „Goldenen Jahre“ bezeichnet werden. Sie dauerten von 1947 bis etwa 1976. Sie gehören wahrscheinlich für immer der Vergangenheit an, denn Versuche, sie wieder aufleben zu lassen, sind bisher gescheitert. Mein Besuch war möglich geworden durch die Erlaubnis der Unternehmen SAREMCI (Société Anonyme de Recherches et d’Exploitations Minières en Côte d’Ivoire) und WASTON, die den Abbau betrieben.



 

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