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Brasilien: Undurchsichtige Verhältnisse im Land des Vargas-Diamanten
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Brasilien: Undurchsichtige Verhältnisse im Land des Vargas-Diamanten

„Mit dem 18. Jahrhundert beginnt für den Diamantenhandel die Neuzeit“. Mit diesem Satz leitet Godehard Lenzen in seiner „Produktions- und Handelsgeschichte des Diamanten“ das Kapitel zum Thema „Brasilien“ ein. Bis zur Entdeckung der brasilianischen Vorkommen im Jahr 1725 war Indien der einzige Diamantenlieferant. ...

von Elisabeth Strack

„Mit dem 18. Jahrhundert beginnt für den Diamantenhandel die Neuzeit“. Mit diesem Satz leitet Godehard Lenzen in seiner „Produktions- und Handelsgeschichte des Diamanten“ das Kapitel zum Thema „Brasilien“ ein. Bis zur Entdeckung der brasilianischen Vorkommen im Jahr 1725 war Indien der einzige Diamantenlieferant.

von Elisabeth Strack

 

Als die brasilianischen Diamanten in den späten dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts nicht nur Lissabon, sondern auch London und Antwerpen, die damaligen europäischen Handelszentren für Rohdiamanten, erreichten, fielen die Weltpreise auf etwa ein Drittel des bisherigen Niveaus (von etwa 100 auf 30 Goldfranken). Brasilien war damit zum Auslöser der ersten Preiskrise geworden (die zweite trat während der Weltwirtschaftskrise von 1929/30 auf). Der Preisrückgang hatte auf die Preise geschliffener Diamanten aus verschiedenen Gründen keinen nachhaltigen Einfluss. Zunächst vollzog sich eine Trennung des Marktes von rohen zu geschliffenen Diamanten, während zuvor die Einfuhr von Rohdiamanten, Schleifen und Verkauf geschliffener Steine an den Konsumenten in einer Hand lagen. Hintergrund der Trennung war, dass die wirklichen Einkaufspreise für Rohdiamanten auf dem indischen Markt etwa auf der gleichen Höhe lagen wie die Preise für brasilianische Diamanten. Die indische Rohware war aber, bedingt durch die hohen Gewinnspannen der holländischen, englischen und portugiesischen Kompanien, für das Dreifache auf dem europäischen Markt angeboten worden. Nach dem Erscheinen der brasilianischen Diamanten entstand ein monopolistischer Zwischenhandel für Rohdiamanten, in den Juweliere keinen Einblick mehr hatten. London hatte nach wie vor das Monopol für indische Diamanten und wird verdächtigt, damals ein Gerücht zur Abwertung der neuen brasilianischen Vorkommen in Umlauf gesetzt zu haben. Dies führte dazu, dass ein Teil der Diamanten aus Brasilien nach Goa in Indien, damals ebenfalls eine portugiesische Kolonie, verschifft wurde, um als indische – und damit höher angesehene Diamanten – auf den Markt zu kommen. Als der wirkliche Ursprung nicht mehr länger zu verheimlichen war, kehrte das Gerücht sich für kurze Zeit dahingehend um, dass die brasilianischen Diamanten in Wirklichkeit nur niedrige, in Indien gekaufte Qualitäten seien.



 

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