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Kanadas Permafrostregion: neuer Gigant auf dem Markt der Diamantförderung
2007 erreichte die kanadische Diamantenproduktion 17 Millionen Karat. Die kanadische Bergbauvereinigung (Mining Association of Canada) gab diese Zahl in ihrem Jahresbericht bekannt und wies Diamanten auf der Skala der wichtigsten Wirtschaftsgüter des Landes die zehnte Stelle zu. ...
von Elisabeth Strack
2007 erreichte die kanadische Diamantenproduktion 17 Millionen Karat. Die kanadische Bergbauvereinigung (Mining Association of Canada) gab diese Zahl in ihrem Jahresbericht bekannt und wies Diamanten auf der Skala der wichtigsten Wirtschaftsgüter des Landes die zehnte Stelle zu. Nachdem im Juli 2008 De Beers Canada den Abbau zweier weiterer Minen in Angriff genommen hat, wird mit dem weiteren Anstieg der Produktion zu rechnen sein.
von Elisabeth Strack
International gesehen ist Kanada eines der führenden Diamant-Abbauländer der Erde und gehört zu den größten Produzenten von Metallen, Erzen und Mineralen. Diamant wird erst seit 1998 abgebaut; umso erstaunlicher ist es, dass das Land sich in den letzten zehn Jahren aus dem Nichts heraus als Diamantlieferant von Weltformat etablieren konnte. 2007 nahm es bereits die dritte Stelle nach Botswana und Russland ein. Die Vorkommen liegen im unberührten und dünn besiedelten Norden des Landes, im Permafrostgebiet der endlosen Tundra, wo eher Bären, Wölfe und Herden von Rentieren zu Hause sind. Nur etwa 40.000 Menschen, meistens Ureinwohner, leben in den Northwestern Territories, die vom Arktischen Ozean im Norden, der Provinz Yukon im Westen und Nunavut im Osten begrenzt werden. Das Gebiet kam 1870 offiziell an Kanada und wurde von Pelzhändlern, der Hudson’s Bay Company, übernommen.
Die ersten Diamanten, die 1991 von den kanadischen Geologen Charles Fipke und Stewart Blusson in einer Gesteinsprobe vom Lac de Gras entdeckt wurden, führten 1999 zur Errichtung der Ekati-Mine. Sie ist die erste und „älteste“ Diamantmine Kanadas und leitete eine Periode des Wirtschaftswachstums in der ansonsten eher verlassenen Gegend ein. Die Mine liegt 200 Kilometer südlich des Polarkreises und etwa 310 Kilometer nordöstlich von Yellowknife, der Hauptstadt der Provinz. Sie liefert 3 Prozent der Weltproduktion an Diamanten und nimmt wertmäßig 6 Prozent der Weltproduktion ein. Im ganzen wurden 156 Kimberlit-Pipes entdeckt, von denen nur wenige abgebaut werden. Die Fax- und die Beartooth-Pipe werden im Tagebau betrieben, während die Panda- und die Koala-Pipe im Bergbau abgebaut werden. Auf dem Gelände gibt es eine eigene Aufbereitungsanlage, die verschiedene Methoden zum Trennen der Diamanten aus dem vorher zerkleinerten Geröll anwendet: Fettschütteltische, schwere Lösungen, Röntgenanlagen und magnetische Trennungsverfahren. Der Betreiber der Mine, das australische Bergbauunternehmen BHP Billiton, unterhält ein Sortierbüro in der Nähe des Flughafens von Yellowknife. In Yellowknife findet auch die Bewertung der Diamanten durch von der Regierung eingesetzte Experten statt. BHP Billiton hat ein eigenes Verkaufsbüro in Antwerpen, das den Verkauf an internationale Kunden durchführt. Die Jahresproduktion an Diamanten betrug 2006 und 2007 jeweils etwa 3,5 Millionen Karat.


