Vollständige Kontrolle der Prozesskette: Der Erfolgsfaktor bei der Werkzeugbeschichtung mit Diamant
Wie schon in mehreren Artikeln in der diamond business beschrieben, sind die Diamantbeschichter und insbesondere die Leistung der Diamanschichten extrem von der „Vorgeschichte“ der Werkzeuge abhängig. Je genauer alle Parameter der Entstehung eines Werkzeuges bekannt sind, umso besser wird letztendlich die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems, bestehend aus Hartmetall, Schliff, Kantenpräparation, Vorbehandlung und Diamantbeschichtung sein.
von Detlef Steinmüller
Einflussparameter Hartmetall
Einer der bedeutendsten Einflussparameter für die Leistungsfähigkeit des Werkzeuges ist selbstverständlich das Hartmetall. Es ist für die Diamantbeschichtung extrem wichtig, dass die Details über die Zusammensetzung des Grundmaterials bekannt sind und im Laufe der Entstehung eines Werkzeuges dokumentiert werden. Wichtig: eine Sortenangabe (wie z.B. „K10“) ist nicht ausreichend! Es muss die genaue Sortenbezeichnung des Herstellers mit Angabe der Binderart (z.B. Kobalt) und des Bindergehaltes (z.B. 10%) kommuniziert werden. Darüber hinaus interessiert den Diamantbeschichter auch die Angabe der sog. „Zusatzkarbide“ oder anderer Elemente, die im Allgemeinen nur ungern kommuniziert werden. Im Zweifelsfall ist es vorteilhaft, die Kommunikation des Diamantbeschichters mit dem Hartmetall-Hersteller zu nutzen: unter Abschluss von Geheimhaltungsvereinbarungen sind manche Details bekannt! Sind die Fragen nach der Zusammensetzung geklärt, muss diese Information auf dem gesamten Produktionsprozess erhalten bleiben. Es ist unbedingt notwendig, die Sintercharge zu erhalten: darin ist die Gleichmäßigkeit der Verteilung und die Weite und Einhaltung der Toleranz wichtiger Kontrollparameter beschrieben. Fehler können passieren, da der Sinterprozess sehr komplex ist: Abbildung 1 zeigt einige typische Fehlerquellen bei der Hartmetall-Herstellung, die wiederum einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Diamantschicht haben.






