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  • Firma: Hermes Schleifkörper GmbH
  • Autor(en): Katja Dümpert
  • Artikel eingestellt am: Donnerstag, 27 März 2014
  • Seitenaufrufe: 4005
  • Ein Hamburger hält den Kurs in Dresden

    Ein Hamburger hält den Kurs in Dresden
    Ein Hamburger hält den Kurs in Dresden
    Ein Hamburger hält den Kurs in Dresden
    Ein Hamburger hält den Kurs in Dresden

    Technik hat ihn schon lange fasziniert und die Arbeit mit Menschen begeisterte den 45-jährigen Axel Krupp schon immer. Außerdem liebt er es, strukturiert zu arbeiten und er weiß als Geschäftsführer der Hermes Schleifkörper GmbH um die Prioritäten im Unternehmen.

    Der Grundstein für die Erfolgsgeschichte von Hermes Schleifkörper wurde schon im Jahr 1927 gelegt. Der Däne Carl Christiansen gründete unter den Namen „Norddeutsche Schleifmittel Industrie GmbH“ ein Unternehmen, das damals ausschließlich Schleifmittel auf Unterlage („Schleifpapier“) produzierte. Weltweit wurde Hermes mit dem Headquarter in Hamburg bald führender Hersteller von Schleifmitteln. In den 90er Jahren wurden zwei traditionsreiche Fertigungsstandorte von Schleifkörpern in Uetersen und Dresden von der Hermes Schleifmittel Unternehmensgruppe angekauft. Damit konnte das Produktportfolio um die gebundenen Schleifkörper erweitert werden. Hermes Schleifkörper nutzt damit nicht nur das synergetische Potenzial der Hermes Gruppe, sondern profitiert außerdem vom weltweiten Vertriebsnetz. Seit Anfang 2012 ist Axel Krupp Geschäftsführer bei der Hermes Schleifkörper GmbH in Dresden und verantwortet zukünftig die weitere Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Gerne stellt er sich unseren Fragen in einem Gespräch.

    DIAMOND BUSINESS: Woher kommt der Name Hermes?
    Axel Krupp: Der Name Hermes kommt aus der griechischen Mythologie und ist der Name des Gott des Handels.
    Wo liegt nun das Kerngeschäft von Hermes Schleifkörper? In welchen Bereichen ist Hermes Schleifkörper besonders leistungsstark und innovativ?
    Den größten Umsatz generieren wir durch die Automobilindustrie, insbesondere sei hierbei an den Motoren- und Getriebebau gedacht. Auch in der Wälzlagerindustrie liegt ein großer Teil unseres Kerngeschäftes. In beiden Bereichen fokussieren wir uns hierbei auf unsere Premiumprodukte: Unsere „Best-off“-Produkte vertreiben wir im Bereich der Verzahnungshonwerkzeuge und bei den Superabrasives, also bei den keramisch gebundenen cBN-Werkzeugen. In den vergangenen Jahren richteten wir unsere Aufmerksamkeit insbesondere auf diese Produkte, optimierten diese und konnten nun Hochleistungsprodukte für das Kurbel- und Nockenwellenschleifen sowie für das Centerless-Schleifen am Markt etablieren.

    Auf der EMO in Hannover 2013 wurde auf Ihrem Stand neben dem breitgefächerten Sortiment an Qualitäts- Schleifkörpern auch die „AP-Technologie“ vorgestellt, um hochporöse Schleifkörper zu fertigen. Was versteht man darunter? Welche Vorteile genießen dadurch Ihre Kunden?
    Die „AP-Technologie“ steht für alternative Porenbildner, die den bisherigen Porenbildner, das Naphthalin ersetzten. Unser Ziel war es, einen künstlichen Porenraum in den Schleifkörpern zu erzeugen, der maßgelblich zu einem besseren Spantransport während des Schleifprozesses beiträgt. Andere Vorteile sind ebenso nicht von der Hand zu weisen: Zum einen die gesundheitliche Unbedenklichkeit und zum anderen liegt ein großes Plus in der umweltschonenden Herstellung der Schleifkörper.

    Gibt es sonst noch Neuheiten in Ihrem Unternehmen?

    Seit einigen Jahren stellen wir auch Polyurethan gebundene Schleifkörper her. Diese „Microlite Werkzeuge“ ermöglichen feinstpolierte Oberflächen. Damit treffen wir genau die Wünsche der Industrie nach immer höheren Oberflächenqualitäten.

    Wenn Sie die Entwicklungen auf den nationalen/internationalen Märkten beobachten, was bereitet Ihnen hier den meisten Kummer?
    Ich gehe davon aus, dass die Ursachen der Finanzkrise noch nicht gänzlich geklärt und auch die Folgen immer noch nicht in ihrem ganzen Ausmaß abzuschätzen sind. Hier liegt meiner Meinung nach noch Vieles im Argen.

    Welche Strategien verfolgen Sie gegenüber dem Mitbewerber?
    Der strategische Vorteil von Hermes Schleifkörper liegt in der umfassenden Verfügbarkeit der Produkte und des Supports. Hermes Schleifkörper hat weltweit durch die Hermes Gruppe eine sehr große Marktpräsenz und genießt daher Ubiquität, ohne die Flexibilität eines mittelständischen Unternehmens zu verlieren.

    In welchen Bereichen hat Hermes Schleifkörper einen USP?
    Neben der Herstellung von keramisch- und kunstharzgebundenen Schleifkörpern wird auch Korn bei Hermes Schleifkörper durch thermische Prozesse sowie durch Misch- und Siebprozesse veredelt. Das durch diesen Prozess erworbene zusätzliche Know-how fließt in die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Produkte ein. Mit diesen Möglichkeiten können wir bei unseren Kunden punkten und heben uns von den Mitwerbern deutlich ab.

    Welche Chancen sehen Sie im Hinblick auf Ihre Produkte in den nächsten Jahren?
    Es ist uns gelungen, kontinuierlich die Qualität in den Anwendungsbereichen unserer Produkte zu erhöhen. In diesem stetigen, fortdauernden Verbesserungsprozess liegen große Chancen für das weitere Wachstum unseres Unternehmens. Beispielsweise werden Getriebe, die heute noch nicht hartfeinbearbeitet sind, es aufgrund von steigenden Anforderungen morgen sein.

    Vor welche Herausforderungen wird vermutlich Hermes Schleifkörper in den nächsten Jahren gestellt werden?
    Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Wachstumsmärkte für Schleifkörper nicht weiter in Deutschland und Europa zu finden sind. Die amerikanischen und asiatischen Märkte wollen zukünftig bedient werden. Es gilt, dort zu investieren und unser Vertriebsnetz weiter kontinuierlich auszubauen.

    Wohin soll sich Hermes Schleifkörper in den nächsten zehn Jahren entwickeln?
    Wir möchten neben den Bereichen der Verzahnungs- und Wälzlagerwerkzeuge auch bei cBN für Motorbauteile eine führende Rolle in der Branche übernehmen. Daneben streben wir an, technischen Support auf höchstem Niveau anzubieten und die Mitarbeiter unserer Kunden zu schulen, zu informieren und zu beraten. Um als Unternehmen dauerhaft am Markt erfolgreich sein zu können, setzen wir außerdem auf eine kontinuierliche Produktentwicklung.

    Fließen die Kundenwünsche in Ihre Arbeit mit ein?
    Auf jeden Fall. Wir arbeiten intensiv mit unseren OEM Partnern und Key Accounts zusammen. Durch diese Partnerschaften entsteht eine win-win-Situation, die Nachhaltigkeit garantiert. Die Wünsche unserer Kunden bilden damit die Grundlage unserer Entwicklungsarbeit.

    Herr Krupp, seit 2012 sind Sie nun Geschäftsführer bei Hermes Schleifkörper GmbH in Dresden. Welche Stationen gab es denn bisher in Ihrem Leben?

    Nach meinem Maschinenbaustudium an der Hochschule Bremen war ich drei Jahre Projektingenieur an der TU Hamburg-Harburg im Fachbereich Technische Keramik. Diese Ingenieurstätigkeit an der TU war sozusagen meine Eintrittskarte bei Hermes. 1999 wurde ich Produktmanager für Verzahnungswerkzeuge bei Hermes Schleifkörper. 2009 übernahm ich die Stelle als Werksleiter im Schleifkörperwerk Uetersen. Die Geschäfte der Hermes Schleifkörper GmbH in Dresden darf ich nun seit Januar 2012 verantworten.

    Was hat Ihnen Ihr Vorgänger, Herr Dr. Blankenburg, mit auf den Weg gegeben? Was, im Unternehmen, führen Sie in seinem Sinne weiter?
    Herr Dr. Blankenburg hat das Unternehmen lange erfolgreich geführt und ich konnte durch die einjährige gemeinsame Zeit in der Geschäftsführung von seiner beachtlichen Erfahrung profitieren. Er hat im Unternehmen einen amüsanten, aber zentralen Grundsatz geprägt: „Geh´ nicht ins Meeting wie zum Friseur!“ – will heißen: „Immer gut vorbereitet sein!“. Diese wichtige Grundeinstellung hat sich in unserer Unternehmenskultur verfestigt und lässt uns miteinander ziel- und erfolgsorientiert arbeiten.

    Vor welche Herausforderungen werden Sie täglich gestellt?
    Es besteht natürlich immer die Gefahr, dass man sich vom Tagesgeschäft einfangen lässt und damit den Blick für das Ganze verliert. Als Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens müssen Sie dieses zwar bis ins Detail kennen, darüber hinaus ist es notwendig, vorrausschauend den Markt zu beobachten, Trends zu erkennen und jederzeit auch für etwaige Kursänderungen bereit zu sein. Visionen bilden meiner Meinung nach die Grundlage für erfolgreiches Tun.

    Als Hamburger sind Sie nun auch nach Dresden umgesiedelt. Wie lebt es sich nun als solcher in der sächsischen Landeshauptstadt?

    Hamburg ist nach wie vor mein Lebensmittelpunkt. Deshalb fahre ich jedes Wochenende nach Hause oder meine Familie besucht mich in Dresden. Wir finden beide Städte reizvoll und attraktiv, aber noch lassen wir den Hauptwohnsitz in Hamburg bestehen. Aber man weiß ja bekanntlich nie…

    Wie sieht Ihr persönlicher Arbeits-(all)tag aus?
    Ich bin in der glücklichen Situation, dass es keinen Arbeitsalltag für mich gibt. Gerade diese Situation macht meine Tätigkeit bei Hermes Schleifkörper abwechslungsreich, spannend und faszinierend.

    Was motiviert Sie, spornt Sie an?
    Wenn Kunden uns aufsuchen, weil Sie einen Schleifprozess nicht in den Griff bekommen, also die notwendigen Qualitäts- oder Produktivitätsanforderungen nicht erreichen, sind wir motiviert, bestmögliche Lösungen zusammen mit ihnen zu erarbeiten. Können wir mit unseren Werkzeugen und der spezialisierten Beratung die Anforderungen der Kunden meistern, die Ziele erreichen, begeistert das meine Mitarbeiter und natürlich auch mich.
    Angenommen: Sie sind mit einem Politiker im Gespräch. Was würden Sie ihm mit auf den Weg geben, was sollte Ihrer Meinung nach an Gesetzen in Deutschland geändert werden, um erfolgreicher als Unternehmen im Markt agieren zu können?
    Die aktuellen Debatten um den flächendeckenden Mindestlohn tangieren uns nicht. Hermes vergütet nach dem Chemie-Tarif und verfügt somit über hervorragend qualifizierte, gut bezahlte Mitarbeiter. Allerdings sehe ich mit Sorge auf die nationale Energiekostenentwicklung und vermute, dass der Standort Deutschland, insbesondere der Mittelstand, durch diese politischen Entscheidungen geschwächt wird. Die deutsche Energiewende benachteiligt nicht nur Verbraucher, sondern auch uns als mittelständische Unternehmen, die in der Regel keine Vergünstigungen erhalten.Auf uns kommen immer höhere Kosten zu, ohne dass dieser Kostensteigerung in irgendeiner Form eine Mehrleistung gegenübersteht. An sich sehe ich eine Energiewende als sinnvoll und zeitgemäß an, aber die Verhältnismäßigkeit sollte auf jeden Fall gewahrt bleiben.

    Woran arbeiten Sie gerade?
    Hermes wird bis Ende 2014 ein EnMS (Energiemanagementsystem) einführen. Ich arbeite derzeit an den notwendigen Vorbereitungen.

    Wer ist für Sie ein guter Ratgeber?
    Als Ratgeber kommen für mich nur Personen infrage, die mich und meine Arbeits- und Lebenssituation kennen. Wert lege ich hier auf die unterschiedlichen Sichtweisen dieser Menschen und ziehe so mein Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen.

    Was wollten Sie schon immer tun und haben es aus irgendwelchen Gründen noch nicht getan?
    Meine Frau und ich hatten schon lange eine Reise in die USA, insbesondere an die Ostküste geplant. Leider wurden unsere Pläne immer wieder durchkreuzt. Jetzt sind unsere sieben- und zehnjährigen Kinder noch zu klein, um Spaß daran zu haben. Ich glaube, es verlangt noch etwas Geduld, bis der Wunsch Wirklichkeit werden kann.

    Besonders schwierig ist es für mich…
    …weniger Zeit für die Familie zu haben, als ich möchte.

    In meiner Freizeit liebe ich es…
    …Sport zu treiben.
    Es ärgert mich…
    …wenn ein Plan nicht aufgeht.

    Wie lautet Ihr Lebensmotto?
    Ich lebe nach dem Motto: „Eine Hand für das Schiff und eine Hand für den Mann.“ Diese alte Regel aus der Seefahrt bringt es auf den Punkt, dass man sein Ziel fest im Blick haben muss, ohne aber die Menschen und sich selbst aus den Augen zu verlieren.
    Wofür sind Sie dankbar?
    Dankbar bin ich für jeden neuen Tag und für alle Möglichkeiten, die darin stecken. Und dafür danke ich jeden Morgen!

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